Adipositas

Adipositas ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Adipositas ist gefährlich, sorgt für psychische Probleme und schwerwiegende Krankheiten. Mit einer Verdreifachung der Adipositasraten in den letzten 30 Jahren steigt auch die Anzahl der Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetiker und verschiedener Krebsarten. Seit 1980 ist die Anzahl der fettleibigen Erwachsenen um etwa 28 Prozent gestiegen, wogegen die Zahl der übergewichtigen Kinder sich sogar um ganze 47 Prozent erhöht hat.

Was ist Adipositas?

Adipositas meint eine Ansammlung von überschüssigem Körperfett. Laut vieler Definitionen werden Erwachsene mit einem BMI (Body Mass Index) ab 30 als adipös erklärt. Diese Rechnung ist zwar ein nützlicher Hinweis, um zu sehen, ob man übergewichtig ist, kann aber auch fehlerhaft gewertet werden. Da sich der Body Mass Index auf das Gewicht und die Größe einer Person bezieht, können falsche Aussagen bezüglich der Fettleibigkeit getroffen werden. Menschen, die sehr muskulös sind, haben häufig auch einen hohen BMI, jedoch ohne überschüssiges Fett.

Im Allgemeinen ist die Messung des Taillenumfangs ein besserer Anhaltspunkt als die Bestimmung vom Gewicht. Wird der Taillenumfang durch eine Ansammlung von Fett erhöht, steigt auch gleichzeitig die Gefahr gefährlicher Erkrankungen. Männer mit einem Taillenumfang von 102cm oder mehr und Frauen mit einem Taillenumfang von 88cm oder mehr neigen eher dazu, die mit der Fettleibigkeit verbundenen gesundheitlichen Probleme zu entwickeln.

Adipositas Ursache

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass mit einer veränderten Ernährungsweise sich auch die Zahlen der Adipositasraten erhöhen. Durch den immer häufigeren Verzehr verarbeiteter Lebensmittel, kohlenhydratreicher und nährstoffarmer Speisen werden die Übergewichtsstatistiken mit Hochdruck in die Höhe geschossen.

Zucker, Fructose und Getreide gehören zu den Spitzenreitern der Adipositastreiber. Sind die täglichen Lebensmittel reich an diesen Inhaltsstoffen, ist es praktisch garantiert, dass man zunimmt und die überschüssigen Pfunde immer mehr steigen. Übertreffen dazu die täglichen Kalorien den notwendigen Energiebedarf, wächst der Taillenumfang und ebenso die Breite der Oberschenkel.

Adipositas – Warum essen Menschen weiter, obwohl sie satt sind?

Ist das nicht die Millionen-Euro-Frage? Warum essen Menschen weiter, obwohl sie satt sind und ihre Mägen voll oder sogar vollgestopft sind? Die Antwort hierfür liegt in einer Vielzahl komplexer Gründe.

Während einer neuen Studie wurde herausgefunden, dass das Hormon Ghrelin (ausgesprochen GRELL-in) die treibenden Kräfte im Körper auslöst, die zu einer zweiten Portion oder einem extra Dessert verführen. Dieses Ghrelin wird überwiegend im Magen, aber auch in anderen Organen, – wie Darm und Niere produziert.

Ghrelin ist auch als das “Hungerhormon” bekannt. Frühere Studien zeigen, dass Menschen mit diesem Hormon deutlich gefräßiger sind und mehr als nur die übliche Nahrung verzehren. Ghrelin hat ebenso Auswirkungen auf das “Lustzentrum” im Gehirn. Es erinnert daran, wie wunderbar lecker das erste Stück Käsekuchen war, und treibt die Lust nach einem weiteren Stück Käsekuchen an.

Was stimuliert die Produktion von Ghrelin?

Die Produktion von Ghrelin kann im Körper durch viele Faktoren und Lebensgewohnheiten beeinflusst werden. So kann auch ein chronischer Schlafmangel die Ghrelin-Produktion erhöhen. Es wird Hunger verspürt, obwohl der Körper das Essen noch nicht benötigt. Dies kann ein Grund sein, warum viele Menschen durch Schlafmangel zunehmen.

Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Insulin bei der Regulierung des Ghrelin-Spiegels. In einer Studie wurde der Ghrelin-Spiegel von acht Nicht-Diabetikern überwacht, während ihnen eine zweistündige Infusion von Insulin verabreicht wurde. Kurz nachdem die Infusion begann, fing bereits der Ghrelin-Spiegel zu fallen. Wurden die Insulininfusion gestoppt, begann der Spiegel des Hungerhormons zu steigen und kam schnell in seinen normalen Zustand zurück.

Weiter ist ebenso bekannt, dass das Insulin in der Lage ist, den Leptin-Spiegel zu erhöhen. Das Leptin ist das sogenannte “Adipositas-Hormon” und dämpft im Gehirn nach dem Essen den Appetit. Das Insulin unterstützt dadurch die Kontrolle, in dem was man isst.

In anderen Worten: Wird ein zuckerhaltiges Dessert gegessen, steigt im Körper die Insulinproduktion. Dadurch wird der Zucker im Blut von den Zellen des Körpers aufgenommen und zur Energiegewinnung verwendet. Das Essen von Zucker erhöht auch ebenso die Produktion von Leptin. Das Leptin hilft den Appetit und die Fettspeicherung zu regulieren und verringert die Produktion von Ghrelin. So wird die Nahrungsaufnahme reguliert, sodass der Körper während des Essens immer weniger Hunger verspürt.

Jedoch wird ein weiter wichtiger Schlüssel in diesem Kreislauf oft übersehen. Häufig werden Lebensmittel verzehrt, die Fructose enthalten. Mit Fructose funktioniert dieser Zyklus NICHT so reibungslos.

Ist Fructose der Grund, warum Menschen zu viel essen?

Fructose ist eine billige Form von Zucker und in Tausenden verschiedenen Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken enthalten. Fructose kann den menschlichen Stoffwechsel schädigen und ist ein Grund für die Adipositas-Krise. Der Körper metabolisiert Fructose in einer ganz anderen Art und Weise wie Glucose (Glucose ist auch wie Fructose ein Einfachzucker). Wird Fructose jetzt in riesigen Mengen aufgenommen, so machen sich die negativen Auswirkungen tiefer bemerkbar.

Wenn jemand versucht zu erzählen, dass Zucker gleich Zucker ist, liegt derjenige weit hinter der Zeit. Denn dank Untersuchungen wird immer deutlicher, dass durch den Verzehr von Fructose, einschließlich Maissirup (HFCS), die Tendenz drastisch steigt, zu viel zu essen.

Während Glucose das Hungerhormon Ghrelin senkt und das Appetit unterdrückende Leptin stimuliert, hat Fructose keinen Einfluss auf Ghrelin. Fructose stört vielmehr die Kommunikation des Gehirns mit Leptin und fördert damit das übermäßige Essen.

Fructose kann so zu einer Gewichtszunahme, erhöhtem Bauchfett, Insulinresistenz und metabolischen Syndrom beitragen und damit auf lange Sicht eine Liste chronischer Krankheiten provozieren.

Gibt es noch mehr Gründe, warum Menschen zu viel essen?

Das Ghrelin, Leptin und die Insulin-Antworten gelten im Körper als die Haupt-Akteure zur Regulation der Nahrungsaufnahme. Jedoch sind sie nicht die Einzigen.

Stress, Wut, Trauer und so ziemlich jede andere negative Emotion führt sehr häufig dazu, dass das Essen als Bewältigungsmechanismus genutzt wird und dadurch letztlich zuviel gegessen wird. Unterbewusste Signale sorgen hierbei für die Portionsgröße, die ständige Aufmerksamkeit für Lebensmittel (wie das ständige Sehen einer Schale Süßigkeiten auf dem Schreibtisch) und die Nähe zu verschiedenen Lebensmitteln (wie das Stehen auf einer Party in der Nähe vom Buffettisch). Diese einzelnen Faktoren beeinflussen, wie viel und wie oft gegessen wird.

Ein weiterer Grund, warum sich viele Menschen überessen, ist der, dass ihr Fettgewebe mit dem überschüssigen Fettgewebe akkumuliert. Diese Zusammenarbeit vom Fett basiert darauf, dass bei vielen Menschen die tägliche Ernährung zum größten Teil auf Kohlenhydraten basiert. Zu den Kohlenhydraten gehört insbesondere die Fructose, die eine Primärquelle der Substanz Glycerin-3-Phosphat ist. Das Glycerin-3-Phosphat sorgt wiederum dafür, dass sich das Fett im Fettgewebe festsetzt. Gleichzeitig wird durch diese Art der Ernährung der Insulinspiegel erhöht und der Abbau von Fett verhindert.

Adipositas Folgen

Adipositas sorgt bei vielen Betroffenen nicht nur zu einem verminderten Selbstbewusstsein und psychischen Problemen, Adipositas trägt dazu schwerwiegende körperliche Veränderungen mit sich. Das Fett wird im gesamten Körper an verschiedenen Stellen abgelegt und schränkt dadurch die Beweglichkeit der Organe und deren Funktion ein. Das Risiko für lebensbedrohliche Erkrankungen wird stark erhöht und es entstehen Folgen, wie:

  • Diabetes Typ 2
  • Arteriosklerose
  • koronare Herzkrankheiten
  • Herzinfarkt
  • Arten von Krebs, wie Brustkrebs und Darmkrebs
  • Schlaganfälle
  • Depressionen

Hilfe bei Adipositas

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Kalorie nicht gleich eine Kalorie ist. Die Anzahl der Kalorien von einem Burger sind etwa gleich denen von zwei Handvoll Nüssen. Es unterscheidet sich jedoch die Zusammensetzung der jeweiligen Nährstoffe, welche letzten Endes einen unterschiedlichen Einfluss auf den Stoffwechsel haben.

Stärkehaltige Kohlenhydrate wie Kartoffeln, Reis, Zucker, Getreide und insbesondere Fructose erhöhen den Insulin- und Leptin-Spiegel. Wie bereits oben beschrieben, spielen diese beiden Hormone eine wichtige Rolle bei der Gewichtskontrolle und Fettregulierung. Eine chronische Erhöhung dieser Werte kann letztlich zu einer Insulinresistenz und Fettansammlung führen. Fette und Proteine beeinflussen dagegen den Insulin- und Leptin-Spiegel in nur einem sehr geringen Maße.

Es ist also wichtig, Kohlenhydrate, die aus Zucker, Fructose und Getreide bestehen zu minimieren und stattdessen auf frisches Gemüse und gute Fette zurückzugreifen. Dadurch wird der Ghrelin-, Leptin- und der Insulinspiegel besser reguliert und die täglichen Portionen besser unter Kontrolle gehalten.

Natürlich gehört auch regelmäßiger Sport zu einer der hilfreichen Maßnahmen gegen Adipositas. Denn mit den richtigen Übungen ist es nicht nur möglich den eigenen Stoffwechsel positiv zu beeinflussen und die Fettverbrennung anzukurbeln, Bewegung hilft außerdem, emotionales Essen zu umgehen und die Lust zum Essen zu kontrollieren.

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