Blasenentzündung

Frauen, die noch keine Blasenentzündungen hatten, können sich glücklich schätzen. Denn eine Blasenentzündung bedeutet nicht nur, dass sich Bakterien in die Blase hineingeschlichen haben. Eine Blasenentzündung hat eine viel tiefere Ursache.

Welches Mädchen kennt nicht die Sätze der Mutter: “Zieh dich warm an, sonst holst du dir eine Blasenentzündung.” Oder “Setz dich nicht auf kalte Bänke, du bekommst sonst eine Blasenentzündung.”

Viele Frauen sind noch immer der Meinung, dass eine Blasenentzündung durch Kälte oder falsche Hygiene verursacht wird. Diese Faktoren können eine Blasenentzündung zwar begünstigen, sind aber nicht der eigentliche Auslöser.

Was ist eine Blasenentzündung?

Um zu erklären, wodurch eine Blasenentzündung entsteht, ist es erstmals wichtig zu verstehen, was eine Blasenentzündung und Harnwegsinfektion überhaupt ist:

Eine bakterielle Harnwegsinfektion (HWI) ist die häufigste Art einer Infektion des Harntrakts. Sie entsteht durch eine Ansammlung von Bakterien im Urin. Wenn der Urin gebildet wird, – also eine Flüssigkeit, die von dem Blut über die Nieren filtriert wurde – sind darin im Normalfall Salze und Abfallprodukte enthalten. Gelangen jedoch Bakterien in die Blase oder Niere, schleichen sie sich in den Urin, vermehren sich hier und können eine Harnwegsinfektion verursachen.

Es gibt drei Haupttypen einer Harnwegsinfektion: 1.Bakterien, die nur die Harnröhre infizieren (die kurze Röhre, die den Urin aus der Blase nach draußen transportiert) und zur sogenannten Harnröhrenentzündung führen.

  1. Bakterien, die eine Entzündung der Harnblase provozieren, was auch als Blasenentzündung oder Cystitis bekannt ist.

  2. Oder die dritte und etwas gravierendere Form der Harnwegsinfektion, die Nierenbeckenentzündung, bei der die Niere selbst betroffen ist. Bei dieser Art der Entzündung klagen die Betroffenen oft über Rückenschmerzen, hohes Fieber und Erbrechen.

Die häufigste Art der Harnwegsinfektion ist die Blasenentzündung. Sie entsteht viel häufiger bei Frauen als bei Männern. Ein Grund dafür ist die unterschiedliche Länge der Harnröhre. Frauen haben eine deutlich kürzere Harnröhre als Männer. Bei einer Frau haben die Bakterien also die Möglichkeit schneller in die Blase zu gelangen, die Blasenwand anzugreifen und diese als Folge zu entzünden. Das heißt also nicht, dass die körpereigenen Schutzmechanismen eines Mannes aktiver sind, als die einer Frau. Die Bakterien müssen beim Mann einfach einen längeren Weg zurücklegen, um in die Blase zu gelangen.

Ein zweiter Grund, warum sich häufiger bei Frauen eine Blasenentzündung entwickelt, ist die Lage zwischen der Öffnung vom Rektum und der Vagina. Bei Frauen haben die Bakterien also die Möglichkeit vom Rektum schneller in die Blase zu gelangen.

Kommt ein Mann jedoch in die fünfziger, erhöht sich immer mehr das Risiko auch an einer Blasenentzündung zu erkranken. Gründe dafür sind die Vergrößerung der Prostata, Nierensteine und eine abnormale Verengung der Harnröhre.

Blasenentzündung Symptome

Eine Blasenentzündung führt anfangs häufig zu Schmerzen und einem Brennen beim Wasserlassen. Auch wenn die Blase leer ist, gibt sie einem das Gefühl, als müsste man dringend pinkeln. Der Betroffene rennt ständig aufs Klo, wobei der Urin nur tröpfchenweise herauskommt. Je mehr sich die Blasenentzündung entfaltet, umso schmerzhafter werden die Symptome. Das Brennen beginnt auch nach dem Toilettengang, es entstehen zusätzliche Bauchschmerzen, Krämpfe im Bauch und manchmal ein blutiger Urin.

Blasenentzündung Komplikationen

Eine Blasenentzündung sollte schnellstmöglich behandelt werden. Denn bleiben die Bakterien länger in der Blase, können sie sich nicht nur vermehren, sondern auch die Harnleiter hochwandern und die Nieren besiedeln. Die Folge: Eine Nierenbeckenentzündung. Das gefährliche an solch einer Entzündung ist, dass sich die Bakterien über die Nieren im gesamten Blutkreislauf verteilen und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen können.

Wird eine Blasenentzündung wiederum nicht optimal austherapiert, kann sie sich chronifizieren. Das bedeutet, dass Teile des Blasengewebes absterben und die Blase dadurch schrumpft.

Blasenentzündung Ursache

Etwa 80% aller Harnwegsinfektionen werden durch E. coli Bakterien verursacht. Diese Bakterien bilden im Verdauungstrakt normalerweise einen Teil der gesunden Darmflora und befinden sich auf der Haut im Bereich der Vagina und Rektum.

Im Normalfall besitzt ein gesunder Körper Schutzmechanismen, die ihn davor schützen, dass Keime in die Blase gelangen. Sind diese Schutzmechanismen gestört, gelangen die Bakterien (wie auch E.coli Bakterien) in die Harnröhre, wandern hoch bis zur Blase und verursachen hier eine Infektion. Die Folge: Die Blasenwand schwillt an und entzündet sich.

Das Problem einer Blasenentzündung liegt also nicht in den Bakterien, das Problem ist eher ein geschwächtes körpereigenes Immunsystem.

Blasenentzündung und das Immunsystem

Das Immunsystem des menschlichen Körpers befindet sich zu 80% im Darm. Für eine optimale Funktion benötigt es eine gesunde Darmflora – also ein Gleichgeiwicht von guten und schlechten Bakterien im Darm.

Die Darmflora kann durch verschiedene Medikamente oder Nahrungsmittel gestört werden. Dazu gehören zum Beispiel Antibiotika und Inhaltstoffe (wie Casein und Gluten), die in einigen Getreidesorten und Milchprodukten enthalten sind. Wird die Darmflora gestört, verändert sich als Folge auch die Scheidenflora.

Normalerweise schützt eine intakte Scheidenflora die Scheide vor einer Ansiedlung schädigender Keime. Ist die Scheidenflora aber gestört, können die Keime schneller in die Scheide gelangen und sich von hier in die Harnröhre und Blase schleichen.

Über verschiedenste Wege schleichen sich die gefährlichen Bakterien nun in die Blase. Frauen, die beispielsweise Tampons benutzen, gelten, als gefährdeter als Frauen die Binden verwenden. Tampons können die empfindliche Schleimhaut der Vagina reizen, fördern die Entstehung von Infektionen und die Ansiedlung von Bakterien, welche sich dann in die Harnröhre ausbreiten.

Auch kann das Abwischen nach einem Stuhlgang von hinten nach vorne die Gefahr einer Bakterienansiedlung vergrößern. Die Harnröhrenöffnung wird verunreinigt und die Bakterien bekommen die Möglichkeit schneller in die Harnröhre zu schleichen.

Nicht-bakterielle Blasenentzündung

Entsteht eine Blasenentzündung durch Reizungen oder Blutergüsse, wird sie auch als Nicht-bakterielle oder Nicht-infektiöse Blasenentzündung bezeichnet. Sex, chemische Reizstoffe, einschließlich Seifen und Schaumbäder, das Chlor in Schwimmbäder oder Vibrationen beim Motorrad fahren, können die Schleimhäute der Harnröhre reizen und zu den Symptomen einer Blasenentzündung führen.

Beim Sex kann beispielsweise der Eingang der Harnröhre gereizt werden, wodurch einerseits Infektionen schneller entfachen können und andererseits durch die Mischung der Körperflüssigkeiten, Bakterien leichter in die Harnwege übertragen werden.

Ein anderer Grund für eine Nicht-bakterielle Infektion ist mangelndes Trinken. Wenn man zu wenig trinkt, wird der Urin konzentrierter, verursacht Reizungen der Harnröhre und der Harnblase. Auch einige Lebensmittel können die Blase und Harnröhre reizen. Dazu gehören stark gewürzte Speisen, Alkohol und starker Kaffee.

Einige Frauen neigen auch dazu eine Blasenentzündung während der Schwangerschaft und rund um den Wechseljahren zu entwickeln. Entsteht eine Blasenentzündung während der Schwangerschaft, liegt es meistens daran, dass durch die zusätzliche Progesteronproduktion vom Körper die Harnröhre mehr entspannt wird oder durch das Wachstum des Fötus, die Blase nicht mehr optimal entleert wird und sich hier schneller Reizungen entwickeln.

Bei einer Blasenentzündung rund um den Wechseljahren spielt der Östrogenspiegel eine wichtig Rolle. Wenn der Östrogenspiegel fällt, werden die Wände der Vagina dünner und die Wände der Harnröhre beginnen zu schrumpfen. Dies fördert die Entstehung einer bakteriellen Infektion und macht Frauen anfälliger für Irritationen.

Blasenentzündung und Antibiotika

Bei einer bakteriellen Harnwegsinfektion können die Symptome mittels Antibiotika in den meisten Fällen gelindert werden. Antibiotika töten die Bakterien, die sich an falscher Stelle angesiedelt haben, und schützen auch vor schwerwiegenden Komplikationen, wie einer Nierenbeckenentzündung oder Sepsis.

Doch töten Antibiotika leider nicht nur die Schaden-auslösenden Bakterien. Antibiotika töten zu den schlechten Bakterien auch die guten Bakterien des Darms. Also die Bakterien, die zum Aufbau einer intakten Darmflora wichtig sind. Eine Behandlung mittels Antibiotika kann also die eigentliche Ursache einer bakteriellen Blasenentzündung verschlimmern. Also die Ursache, die zu Anfang eine Blasenentzündung verursacht hat.

Antibiotika sind also ein Grund für die Entstehung immer wiederkehrender Blasenentzündungen.

Blasenentzündung natürlich behandeln

Bei einer Blasenentzündung ist es in erster Linie wichtig, den gefährlichen Auslöser zu beseitigen. Ob dafür eine medikamentöse Antibiotika-Behandlung eingesetzt werden soll, ist von einem Arzt zu klären und je nach Schwere der Blasenentzündung von Fall zu Fall neu zu entscheiden. Wenn es akut ist und du eine schnelle Hilfe brauchst, wird dir wahrscheinlich keiner besser helfen können, als dein Arzt.

Untersuchungen zeigen, dass unkomplizierte Harnwegsinfektionen sogar ohne medikamentöse Behandlung ausheilen können. In diesem Fall würde es länger dauern, bis alle Symptome abklingen und der Betroffene auskuriert ist. Wichtig ist aber, dass eine Blasenentzündung wegen der möglichen Risiken nicht auf die leichte Schulter genommen wird und optimal austherapiert wird.

Um im nächsten Schritt die eigentliche Ursache, also das Immunsystem zu behandeln, helfen viele natürliche Maßnahmen. Mit Hilfe einer gesunden Ernährung kann nicht nur das Immunsystem gestärkt werden, es hilft, die bösen Bakterien zu töten und sich gegen schädigende Angriffe zu wappnen. Wenn du also vorbeugen oder im Nachgang einen gesünderen Lebensstil annehmen möchtest, um zu verhindern, dass es wieder kommt, gibt es natürliche Möglichkeiten, die dabei helfen können:

1.Schritt: Vermeide Säure

Säure bildende Lebensmittel und Getränke, wie Tee, Kaffee, Alkohol, Zucker, Fleisch und einige würzige Nahrungsmittel können bei anfälligen Menschen eine Blasenentzündung auslösen. Wenn man also gegenüber Infektionen anfällig ist, sollten diese Lebensmittel vermieden werden. Stattdessen sollte man täglich sechs bis acht Gläser reines, gefiltertes Wasser trinken, um die Säure im Urin zu verdünnen und die Reizung der Blase zu verringern.

2.Schritt: Vermeide Zucker

Zucker füttert Bakterien und schwächt das Immunsystem. Vermeide also alles, was Zucker enthält. Dazu gehören nicht nur Süßigkeiten und Schokolade, sondern auch raffinierte Kohlenhydrate wie Weißmehl (die in Kuchen, Gebäck, Brot verwendet werden) und Soßen wie Tomaten Ketchup.

3.Schritt: Trinke Cranberry-Saft

Solange der Cranberry-Saft ungesüßt, nicht pasteurisiert und ganz natürlich ist, kann er helfen, eine Blasenentzündung zu überwinden. Cranberry-Saft ist reich an sogenannte Proanthocyanidine. Diese verhindern, dass die E.coli Bakterien sich an den in der Harnblase und Harnröhre anheften. Können sich diese nicht anheften, fällt es ihnen schwer sich zu vermehren. Das bedeutet wiederum, dass sie einfacher mit dem Urin hinausgespült werden.

Cranberry-Saft kann auch zu Vorbeugung einer Blasenentzündung eingesetzt werden. Allerdings sollte dieser ungesüßt, nicht pasteurisiert und aus natürlichen Cranberrys bestehen.

4.Schritt: Esse Knoblauch

Knoblauch gilt als wunderbarer und natürlicher immunstärker. Er hilft, E.coli Bakterien und andere Auslöser einer Blasenentzündung zu beseitigen. Hinweis: Roher Knoblauch ist viel effektiver als gekochter. Rohen Knoblauch kann man beispielsweise fein hacken und über Salate streuen oder in Dressings zugeben.

5.Schritt: Trinke Gertengras

Gerstengras wirkt in den Harnwegen als wunderbarer Entzündungshemmer. Einfach ein Teelöffel Gerstengraspulver in ein Glas Wasser vermischen und drei Mal täglich trinken.

6.Schritt: Baue deine Darmflora auf

Kefir und fermentiertes Gemüse enthalten viele nützliche Bakterien, die helfen, die Darmflora aufzubauen. Der Aufbau einer gesunden Darmflora ist nicht nur wichtig, um das körpereigene Immunsystem zu stärken. Sie unterstützt vor allem nach einer Antibiotikaeinnahme, den Aufbau und die Vermehrung der guten Bakterien im Darm.

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