Gicht

Gicht – die Folge jahrelanger üppiger Schlemmereien und vieler edler Tropfen. Gicht ist eine Art von Arthrose und sorgt für schmerzende und steife Gelenke. Vor allem nach einem festlich gedeckten Tisch rächt sich häufig ein Gichtanfall. Kälte, viel Fleisch und Alkohol sind typische Auslöser einer Attacke. Nicht selten kommt ein Gichtanfall allein, viele Betroffenen sind übergewichtig, Diabetiker oder nierenkrank.

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Art von Arthrose, die durch eine übermäßige Harnsäurebildung Kristalle in den Gelenken bildet. Doch sind diese Kristalle alles andere als schön. Sie verursachen schmerzende, steife, geschwollene und entzündete Gelenke. Obwohl Gicht alle Gelenke des Körpers befallen kann, ist häufig der große Zeh der Leidtragende.

Gicht entsteht im Wesentlichen durch einen Zusammenbruch der Stoffwechselprozesse, die normalerweise die Menge der Harnsäure im Blut kontrollieren. Egal ob mit oder ohne Behandlung verschwinden die Gicht Symptome in der Regel nach drei bis 10 Tagen. Doch verabschieden sie sich nicht für eine lange Zeit. Mit einer Gichtattacke schleicht sich häufig die nächste schon im darauf folgenden Monat heran. Bei wiederum anderen können auch Jahre vergehen, bis es wieder zu einem schmerzhaften Angriff kommt. Neigt der Körper jedoch dazu, die Frequenz der Angriffe zu erhöhen, sollte man nicht lange zögern und eingreifen. Denn mit jeder zukommenden Gichtattacke wird diese nicht nur schwerer, sondern ebenso lang andauernder und gefährlicher.

Wiederkehrende Gichtattacken können sich im Laufe der Zeit einen Zustand chronischer Gelenkentzündung entwickeln und zu progressiven Knorpel- und Knochenschäden ausarten. Auch kann das umliegende Gewebe mitgeschädigt werden, sich entzünden und starke Schmerzen verursachen.

Gicht Symptome

Gicht Symptome sind in der Regel sehr akut und schlagen oft mitten in der Nacht und ohne jegliche Vorwarnung zu. Sie bringen mit sich starke Schmerzen, Steifigkeit der Gelenke und eine empfindliche Haut, die sich erwärmt, rot verfärbt und entzündet. Bereits der geringste Druck auf dem betroffenen Gebiet führt zu unerträglichen Schmerzen – so auch das Bedecken mit einer leichten Bettdecke in der Nacht.

Wie entsteht Gicht?

Gicht entwickelt sich in der Regel bei den Menschen, die zu viel Harnsäure im Blut aufweisen. Normalerweise wird die Harnsäure im Blutstrom gelöst, durch die Nieren filtriert und über den Urin ausgeschieden. Bei Gicht bildet der Körper jedoch zu viel Harnsäure oder kann diese nur unzureichend über den Urin ausscheiden. Die Folge: Eine Anhäufung der Harnsäure im Blut, die in den Gelenken und umliegendem Gewebe nadelförmige Kristalle bildet und starke Schmerzen verursacht.

Ein alleiniger Anstieg des Harnsäurespiegels verursacht in der Regel keine Symptome. Doch steigt der Harnsäurespiegel im Blut stark an, erhöht sich das Risiko einen Gichtanfall zu entwickeln. Ein hoher Harnsäurespiegel im Blut kann zusätzlich das Risiko für folgende Krankheiten erhöhen:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Nierenerkrankungen
  • Herzerkrankungen

Gicht Ursache

Vielen ist bekannt, dass die Genetik bei Gicht eine Rolle spielt. Hatten beide Elternteile Gicht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind diese Krankheit entwickelt.

Doch ein deutlich wesentlicherer Faktor, der den Menschen dafür prädisponiert an Gicht zu erkranken, ist der Verzehr von zahlreichen ungesunden Lebensmitteln. Diese richten eine Verwüstung des Harnsäurespiegels an und beeinflussen dessen Ausscheidung über den Urin. Zu den hauptsächlichen Auslösern gehört: ein hoher Alkoholkonsum, viel Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel, Kohlenhydrate, Koffein und purinhaltige Lebensmittel, wie zum Beispiel Innereinen.

Andere wichtige Auslöser von Gicht sind zusätzlich:

  • Nebenwirkungen einer Chemotherapie
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes
  • Übergewicht – Etwa die Hälfte aller Giftbetroffenen ist heutzutage übergewichtig.
  • Männlichkeit – In der Tat, Männer leiden zehn Mal häufiger als Frauen an dieser Krankheit. Männer weisen in der Regel einen höheren Harnsäurespiegel im Blut als Frauen auf. Das bedeutet aber nicht, dass Frauen von dieser Krankheit befreit sind – häufig trifft sie Gicht nach den Wechseljahren. Denn sobald eine Frau ihre Wechseljahre erreicht, reduziert ihr Körper drastisch die Produktion vom Östrogen, welches den Nieren normalerweise hilft, die Harnsäure auszuscheiden. Ohne genügend Östrogen im Körper beginnt sich nun, der Harnsäurespiegel einer Frau zu erhöhen. Im Alter von 60 Jahren ist die Anzahl der Gichtanfälle bei Frauen und Männern fast gleich.

Gicht Behandlung

Eins vorab: Wenn es akut ist und du eine schnelle Hilfe brauchst, wird dir wahrscheinlich keiner besser helfen können, als dein Arzt. Wenn du jedoch vorbeugen oder im Nachgang einen gesünderen Lebensstil annehmen möchtest, um zu verhindern, dass es wieder kommt, gibt es natürliche Möglichkeiten, die dabei helfen können.

Die heutige Ernährung ist eine der Hauptursachen des konsequenten Vormarsches dieser Krankheit. Deshalb: Wenn man sich vor Gicht schützen möchte oder diesen so schnell es geht beseitigen möchte, sollte man täglich einen tiefen Blick in den eigenen Teller machen.

Eine gute Gichtbehandlung beginnt mit einer geregelten und gesunden Ernährung:

Schritt 1: Vermeide bestimmte Lebensmittel

  • Vermeide Alkohol und Kaffee
  • Vermeide purinhaltige Lebensmittel
  • Wenn der Körper das Purin aus Lebensmitteln aufspaltet, entsteht als Abbauprodukt Harnsäure produziert. Diese erhöht wiederum den Harnsäurespiegel im Blut, was verheerende Auswirkungen auf die Gelenke hat. Deshalb, wer Gicht hat, sollte purinhaltige Lebensmittel, wie Innereien, Sardellen, Pilze, Spargel und Hering meiden.
  • Vermeide Maissirup

Ein weiterer und häufig unbekannter Übeltäter, der einen hohen Harnsäurespiegel provoziert, ist Maissirup. Maissirup sorgt für einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel und damit für eine höhere Anfälligkeit für Entzündungen im Körper. Maissirup besteht in der Regel aus Fructose, welche die Ausscheidung der Harnsäure aus dem Körper hemmt. Daraufhin erhöhen sich im Blut der Harnsäurespiegel und die Gefahr von Gicht.

Auch ist Harnsäure ein Nebenprodukt des Fructosestoffwechsels. Im Körper wird Fructose anders als natürlicher Zucker metabolisiert. Gelangt die Fructose in den Körper, wird sie direkt in die Leber gebracht, hier verstoffwechselt und zahlreiche Schlacken, Giftstoffe und darunter eine hohe Menge an Harnsäure gebildet.

Um also Gicht effektiv zu behandeln, sollten alle Arten von Zucker (vor allem Maissirup), Limonaden, Softdrinks, gesüßte Getränke und Sportgetränke vermieden werden. Auch Getreideprodukte sowie verschiedene Vollkornarten werden im Körper in Zucker umgewandelt und können das Risiko eines Gichtanfalls erhöhen.

Schritt 2: Iss stattdessen

Iss mehr frisches Gemüse und Obst. Vor allem Kirschen und dunkle Beeren (in Maßen) helfen, den Harnsäurespiegel zu reduzieren und Sellerie unterstützt dessen Ausscheidung aus dem Körper. Säuerliche Kirschen enthalten Anthocyane und Bioflavonoide, zwei starke Antioxidantien, welche die Enzyme Cyclooxygenase-1 und -2 verlangsamen können und dadurch die Entstehung von Gicht und einer Arthritis verhindern können. Trinke mindestens 8 bis 10 Gläser Wasser pro Tag.

Schritt 3: Bewege dich

Viele Menschen, die an Gicht leiden, bewegen sich extrem vorsichtig. Sie haben das Gefühl, dass sich der Schmerz dadurch verschlimmert und sie weitere Verletzungen verursachen. Sie werden immer unbeweglicher, sesshafter und verbringen lange Zeit im Liegen, in der Hoffnung, dass ihre Schmerzen nachlassen.

Ein Mangel an Bewegung ist einer der schlimmsten Dinge, die man bei Gicht oder einer Arthritis tun kann. Mit dosierter Bewegung regt man nicht nur den Stoffwechsel an und setzt Heilungsprozesse in Gang, Bewegung verbessert die Beweglichkeit im Gelenk und hilft, die Knochendichte zu erhalten.

Wichtig ist, dass die Bewegungen bei Gicht dosiert sind und die Gelenkschmerzen nicht verschlimmern. Wenn die Schmerzen länger als eine Stunde nach dem Training anhalten, sollte die Dosierung das nächste Mal etwas heruntergeschraubt werden. Erste Hilfen können kleine Spaziergänge, Wassergymnastik und ein leichtes Hin- und Herpendeln der Gelenke bieten.

Schritt 4: Beseitige dein Übergewicht

Übergewicht erhöht das Risiko für Gicht. Viele Menschen mit Übergewicht neigen dazu, schneller entzündliche Prozesse im Körper zu entwickeln. Häufig ist es sogar so, dass Übergewicht die Schwere eines Gichtanfalls verschlimmert, zu schmerzhafteren und intensiveren Schüben führt.

Schnelle Hilfe bei Gicht

Apfelessig

Der Säuregehalt im Apfelessig hilft, akute Schmerzen zu lindern. In Kombination mit Honig können zusätzlich die entzündungshemmenden Reaktionen verstärkt werden.

Rühre einen Teelöffel rohen, ungefilterten Apfelessig in ein Glas Wasser und trinke die Mischung 2 bis 3 Mal täglich.

Ingwer

Ingwer besitzt einzigartige entzündungshemmende Eigenschaften. Ingwer hilft, Schmerzen sowie Entzündungen zu lindern.

  • Füge Ingwer verschiedenen Rezepten zu.
  • Reibe ein kleines Stück Ingwer, gebe es ins kochende Wasser und lass den Tee für 10 Minuten ziehen. Trinke den Tee mindestens 1 Mal täglich.
  • Reibe ein Stück Ingwer klein und bereite mit etwas Wasser eine Paste zu. Leg die Paste auf die betroffene Stelle und lass sie 30 Minuten wirken. Wiederhole diesen - Vorgang ein Mal täglich.

Zitronensaft

Um den Körper von Gichtschmerzen zu befreien, ist es wichtig, die überschüssige Harnsäure im Blut zu neutralisieren. Frischer Zitronensaft in Kombination mit Backpulver kann diesen Vorgang unterstützen.

  • Verrühre den Saft einer halben Zitrone in einem Glas Wasser und trinke die Mischung 2 Mal pro Tag.

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