Herzinfarkt

Herzinfarkt: Stechen in der Brust, Atemnot und kalter Schweiß – beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Wenn immer weniger Blut durch das Herz fließt, der Sauerstoffpegel im Körper sinkt, droht der Herzschlag zu erlöschen. Ein Herzinfarkt ist lebensgefährlich. Wer ihn früh erkennt und reagiert, kann Leben retten.

Das Herz

Das Herz – die Überlebenspumpe des Menschen. Ein Organ, welches täglich nonstop arbeitet, niemals Urlaub hat und so gebaut ist, dass es pausenlos 100 Jahre durcharbeiten könnte. Das Herz gehört zur beeindruckendsten Maschine, die die Menschheit je gesehen hat. Pro Tag schlägt es rund 100.000 Mal, pumpt mehr als 11.000 Liter Blut durch die Adern und befüllt dabei ein Blutgefäßsystem, welches aneinandergereiht mehr als zweimal um die Erdkugel reichen würde.

Das Herz hat in etwa die Größe der geballten Faust seines Trägers, neben der Pumpfunktion die Fähigkeit, hormonartige Substanzen freizusetzen und beim Trainierten bis zu 30 Liter Blut pro Minute durch den Körper zu befördern. Der Druck, der in einer Minute in unseren Arterien aufgebaut wird, könnte eine 1,5 Meter hohe Fontäne pressen und die aufgebrachte Kraft würde es schaffen, ein Gewicht von 32 kg 30 cm anzuheben.

Fließt Blut in das Herz, wird es durch ein 4-Kammersystem geschleust. Mittels chemischen und elektrischen Prozessen wird der Herzschlag initiiert und dadurch das Blut in zwei angelegte Kreisläufe gedrückt. Im Lungenkreislauf reichert sich das Blut mit Sauerstoff an und gibt Kohlenstoffdioxid ab, wogegen es im Körperkreislauf den Sauerstoff wieder abgibt und Kohlenstoffdioxid zum Herzen mitbringt.

Das Herz selbst wird von kranzförmigen winzigen Arterien (Koronararterien) umspannt, welche ihr Blut direkt vom sauerstoffangereicherten Blut zapfen und dieses in die pumpende Herzmuskulatur gießen. Für eine reibungslose Funktion benötigt das Herz eine konstante Zufuhr von sauerstoffreichem Blut. Wird die Zufuhr jedoch abgeschnitten, beginnt das Herzmuskelgewebe abzusterben. Es entsteht der Herzinfarkt.

Je nachdem, welche Koronararterie betroffen ist, wird die Blutversorgung zu unterschiedlichen Herzteilen abgeklemmt. Es entstehen verschiedene Arten des Herzinfarktes:

  • Vorderwandinfarkt
  • Hinterwandinfarkt und Seitenwandinfarkt
  • Scheidewandinfarkt (Septuminfarkt)
  • Kombinationsinfarkte

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Die Gesundheit der Koronararterien ist also für die Gesundheit des Herzens entscheidend. Werden sie beschädigt, wird auch das Herz beschädigt.

Findet in irgendeinem Abschnitt der Koronararterien also keine Durchblutung mehr statt, kann das betroffene Herzmuskelgewebe nicht überleben und stirbt ab. Über verschiedene Wege können die Koronararterien geschädigt und deren Blutfluss einschränkt werden. In den meisten Fällen ist es ein Blutgerinnsel, welches die Koronararterien so stark verengt, dass kein Blut mehr durchfließen kann. Dieser Zustand wird auch als Stenose (starke Gefäßverengung) bezeichnet und beginnt meist mit einer Plaque-Ablagerung in den Arterien.

Die Plaque-Ablagerungen kleiden die Koronararterien an der Innenseite mit einer weich, matschigen Schicht aus und sind außen hart und fest. Mit der äußeren, harten Schicht wird das Blutgefäß immer unbeweglicher und neigt dazu in den Plaques Risse zu bilden (Plaqueruptur). Kleine scheibenförmige Partikel – die sogenannten Thrombozyten, reisen nun geschwind in die Koronararterien und helfen, diesen Bereich zu gerinnen und zu heilen. Was entsteht nun? Um die Plaque wird ein Blutgerinnsel gebildet, welches die Arterie völlig blockiert. Der betroffene Herzmuskel wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, die Herzmuskelzellen beginnen abzusterben und es entsteht der Herzinfarkt.

Aber auch ein Spasmus der Koronararterien kann zu einem Herzinfarkt führen. Durch den Koronar-Spasmus werden die Koronararterien so stark verengt, dass nur noch sehr wenig bis gar kein Blut zum Herzen durchfließen kann. Dieser Zustand kann auch bei Menschen entstehen, die keine wesentliche Koronararterienerkrankung aufweisen.

Herzinfarkt Symptome

Die Symptome eines Herzinfarktes können von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein und sogar bei Mann und Frau variieren. Während bei einem Mann häufig die klassischen Herzinfarkt-Symptome entstehen, entwickelt sich bei Frauen häufig ein Druck- und Engegefühl in der Brust, was sich gar nicht so schlimm anfühlt. Im Schnitt kommen Frauen etwa 1 Stunde später als Männer ins Krankenhaus, nachdem sich das erste Herzinfarkt-Symptom bemerkbar gemacht hat. Egal ob Mann oder Frau, beide sollten, bei den folgenden Symptomen sofort reagieren. Jede Minute zählt und kann einem das Leben retten.

Herzinfarkt Mann

  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Stechen in der Brust
  • Schmerzen, die in die Arme ausstrahlen oder in den Rücken
  • Engegefühl
  • Todesangst
  • Kaltschweißig
  • Luftknappheit

Herzinfarkt Frau

  • selten stechender Schmerz in der Brust, stattdessen Druck- und Engegefühl in der Brust
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Müdigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Magenbeschwerden

Hinweis: Die Symptome jedes Herzinfarktes sind individuell, was bedeutet, dass auch bei einer Frau die Herzinfarkt-Symptome eines Mannes entstehen können. Bei einigen Menschen kann der Herzinfarkt auch ohne irgendwelche Symptome auftreten (der sogenannte stumme Herzinfarkt). Ein stummer Herzinfarkt kann jeden betreffen, wobei sich dieser häufiger bei Diabetikern entwickelt.

Was tue ich, wenn ich einen Herzinfarkt habe?

Hinsetzen und den Notarzt anrufen. Ein Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Situation. Jede Minute zählt und kann einem das Leben retten. Je schneller man also reagiert, desto schneller kann die blockierte Arterie geöffnet und die Höhe des Schadens verringert werden. Reagiert man hingegen zu spät, kann mehr Herzmuskelgewebe absterben und der Herzschlag erlöschen. Die beste Zeit, um einen Herzinfarkt zu behandeln, ist in den ersten ein bis zwei Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Herzinfarkt Diagnose

Der erste Schritt der Diagnose ist die Symptomschilderung. Daraufhin werden weitere Tests durchgeführt, um die genaue Diagnose zu fällen. Das Ziel der Behandlung ist, den Herzinfarkt so schnell es geht zu behandeln, um Herzmuskelschäden zu minimieren.

Tests zur Diagnose eines Herzinfarktes:

  • EKG (auch als Elektrokardiogramm bekannt)
  • Blutuntersuchung
  • Echokardiografie
  • Herzkatheteruntersuchung

Herzinfarkt Behandlung

Nachdem der Herzinfarkt diagnostiziert ist, beginnt umgehend die Behandlung. In dem ersten Schritt kommen meist Medikamente zum Einsatz. Ist der Herzinfarkt sehr schwer, wird mit chirurgischen Verfahren fortgefahren.

Medikamente bei Herzinfarkt

Das Ziel der medikamentösen Behandlung ist, die Blutgerinnsel aufzulösen, neue Blutgerinnsel zu verhindern, das Blut zu verflüssigen und die Plaque zu stabilisieren.

Die Medikamente sollten so bald wie möglich verabreicht werden (etwa ein bis zwei Stunden nach Beginn des Herzinfarktes) um die Menge der Herzschäden zu verhindern. Je länger man wartet, desto größere Schäden können entstehen.

Medikamente, die beim Herzinfarkt verwendet werden:

  • Thrombozytenaggregationshemmer, wie Aspirin
  • medikamentöse Thrombolysetherapie
  • eine Kombination aus den oben genannten

Andere Medikamente, die beim Herzinfarkt verabreicht werden, verringern die Herzensarbeit, verbessern die Funktion des Herzens und erweitern die Blutgefäße. Andere verringern wiederum die Schmerzen und schützen vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

Chirurgische Verfahren bei Herzinfarkt

Während oder kurz nach einem Herzinfarkt wird häufig mit einer Herzkatheteruntersuchung der Zustand des Herzens, der Arterien und die Schäden des Herzens betrachtet. In einigen Fällen werden Stents oder Ballondilatationen durchgeführt, die die Arterien wieder öffnen.

Falls erforderlich werden Bypass-Operationen nach einigen Tagen nach dem Herzinfarkt durchgeführt, um die Blutversorgung des Herzens wieder herzustellen. Dafür wird meist ein Stück einer Beinvene entnommen und an die Herzkranzgefäße befestigt.

Jeder Herzinfarkt schadet dem Körper. Trotz Medikamente oder chirurgischer Eingriffe bleibt immer eine Schwachstelle vorhanden. Es ist ähnlich wie bei einer sichtbaren Hautwunde. Nachdem die Wunde verheilt ist, bleibt eine Narbe an der Schadstelle zurück. Beim Herzen verringert sie die Pumpleistung. Der Umfang der verlorenen Pumpfähigkeit hängt von der Größe und Lage der Narbe ab.

Trotz einer ausgezeichneten Behandlung und der Wiederherstellung der Herztätigkeit besteht keine Absicherung, dass sich nie wieder ein weiterer Herzinfarkt ereignet. Ein Herzinfarkt kann wieder entstehen. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die man ergreifen sollte, um weitere Angriffe zu verhindern…

Herzinfarkt Ursache

Um einen weiteren Herzinfarkt zu verhindern, ist es in erster Linie wichtig, die auslösende Ursache des Herzinfarktes zu kennen und diese zu beseitigen.

Wenn man über die Ursache von Herzerkrankungen spricht, ist das Erste, woran viele Menschen denken, der Cholesterinspiegel. Seit dem letzten halben Jahrhundert wird Cholesterin mit Herzerkrankungen schon fast synonym verwendet. Cholesterin gilt als der “Bösewicht” für unsere Arterien.

Doch ist Cholesterin alles andere als schlecht. Im Gegenteil, Cholesterin ist für unseren Körper lebensnotwenig und wird von jeder Zelle benötigt. Cholesterin kann man eher als einen Helfer betrachten, der uns hilft, gesund zu werden. Was ist damit gemeint?

Cholesterin übernimmt im Körper etliche Aufgaben. Eine davon ist die Reparatur und Heilung vom Gewebe. Kommt es im Körper zu einer Gewebsschädigung, werden Signale freigesetzt, die das Cholesterin mit Hilfe von Transportmolekülen anreisen lassen. Das Cholesterin legt sich nun auf die betroffene Stelle und beginnt seine Arbeit zu verrichten. Genauso ist es auch in den Arterien. Je mehr Schäden in den Arterien sind, desto mehr Cholesterin kommt angereist.

Wird das Cholesterin aus den Blutgefäßen nicht wieder oder nicht ausreichend abtransportiert (mit Hilfe eines Cholesterin-Abtransporters, das sogenannte HDL-Cholesterin), sammelt sich immer mehr Cholesterin in den Blutgefäßen und verengt diese.

Die Ursache von Herzerkrankungen liegt also nicht am Cholesterin, sondern an den Verletzungen der Blutgefäßwände. Einer der häufigsten Gründe von Blutgefäßverletzungen sind chronische Entzündungen. Wenn wir einmal nur daran denken, was passiert, wenn wir uns in den Finger schneiden. Innerhalb weniger Sekunden werden in dem geschädigten Gewebe Stoffe freigesetzt, die die Blutgefäße verengen, das Blut verdicken und dadurch die akute Entzündung entfachen, um die Wunde verheilen.

Ähnlich ist es in den Blutgefäßen. Ständige Entzündungen und Verletzungen sorgen dafür, dass sich immer mehr Plaque (eine Mischung aus Cholesterin, Fettsäuren und Kalk) an den Gefäßwänden ablegt, wodurch sich die Blutgefäße verengen und das Blut dickflüssiger wird. Die Folge: Hoher Blutdruck bis hin zum völligen Verschluss der Arterie. Setzt sich die Arterie Richtung Gehirn zu, entsteht ein Schlaganfall. Sind es die Herzkranzgefäße, entwickelt sich der Herzinfarkt.

Was verursacht die Entzündungen und Schäden der Blutgefäße?

Die Ursachen für chronische Entzündungen und der Ansammlung von zu viel LDL-Cholesterin in den Blutgefäßen (das Cholesterin, welches sich in den Blutgefäßen ablegt) können von Mensch zu Mensch variieren. Hauptsächliche Auslöser:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • ungesunde Ernährung

Vor allem die Ernährung ist einer der ausschlaggebenden Faktoren. Alles was wir in den Mund hineinbringen, hat eine Auswirkung auf den Körper. Zu viel Zucker, Alkohol und ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren verursachen im Körper beispielsweise entzündliche Prozesse.

Herzinfarkt vorbeugen

Um das Risiko eines Herzinfarktes zu verringern, müssen die Blutgefäße gepflegt werden. Das heißt, beseitige Entzündungen aus deinem Körper, sorge für einen guten Blutfluss und eine Erhöhung deines HDL-Cholesterins (den Abtransporter vom LDL-Cholesterin).

Schritt 1 für ein gesundes Herz:

  • Hör auf zu Rauchen. (Rauchen erhöht das LDL-Cholesterin und sorgt für einen hohen Blutdruck)
  • Bewege dich. (Bewegung hilft überschüssiges LDL-Cholesterin zu beseitigen und HDL-Cholesterin aufzubauen)
  • eduziere Stress. (Stress fördert die Bildung von Cortisol, einem Hormon, welches aus Cholesterin hergestellt wird. Hast du Stress, erhöht sich also auch deine Cholesterinproduktion)
  • Reduziere dein Gewicht. (Übergewicht belastet nicht nur die Gelenke, sondern fördert Bluthochdruck und erhöht das Risiko eines HErzinfarktes)
  • Reduziere den Alkoholkonsum
  • Tanke Vitamin D übers Sonnenlicht
  • Ernähre dich gesund

Schritt 2 für ein gesundes Herz:

Vermeide Entzündung auslösende Lebensmittel, wie:

  • Zuckerhaltige Lebensmittel
  • Reduziere Getreideprodukte (Getreide wird im Körper in zucker umgewandelt)
  • Reduziere Lebensmittel, die reich an Omega-6-Fettsäuren sind, wie einige Arten Margarine, Sonnenblumenöl, Rapsöl und Distelöl.

Iss stattdessen vermehrt:

  • Lebensmittel, die reich an antioxidativen Vitaminen sind. (Diese helfen, HDL-Cholesterine aufzubauen und dadurch das LDL-Cholesterin besser aus den Arterien abzutransportieren und schützen vor entzündlichen Prozessen)
  • reichlich Obst und Gemüse
  • Omega-3-Fette (Diese haben eine entzündungshemmende Wirkung und sind zum Beispiel in Leinsamen, Chia Samen und fettem Fisch enthalten)
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel. (Ballaststoffe helfen, überschüssiges Cholesterin aus dem Körper zu beseitigen)
  • Magnesiumreiche Lebensmittel (Magnesium hilft, das C-reaktive Protein zu senken, einem Marker, welcher bekanntermaßen das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöht)
  • Blut verdünnende Lebensmittel, wie Ingwer und Knoblauch (Hinweis: Blut verdünnende Lebensmittel können mit Blut verdünnenden Medikamenten interagieren. Deshalb: Wer Blut verdünnende Lebensmittel verzehrt, sollte nach ärztlicher Absprache evtl. die Dosierung des Medikaments reduzieren.)
  • Trinke täglich mindestens 8 Gläser Wasser

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