Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom: Einschlafende Hand, Kribbeln in den Fingern und ein Daumen, der anfängt zu schwächeln. Symptome solcher Art sind vielen bekannt. Vor allem nachts wird man davon wach. Anfangs hilft noch ein kurzes Ausschütteln der Hand. Später baut sich jedoch ein immer stärkerer Druck im Handgelenk auf und ein Schmerz, welcher nach oben in die Schulter zieht. Wer die Symptome eines Karpaltunnelsyndroms nicht behandelt, riskiert bleibende Schäden an Nerv und Muskel.

Was ist der Karpaltunnel?

Der Karpaltunnel ist – wie der Name bereits sagt – ein Tunnel an unserer Hand (Carpus ist der altgriechische Begriff für Handwurzel). An der Innenseite unserer Hand werden unsere Handwurzelknochen von einem straffen Band umspannt. Der Bereich unter diesem Band bildet den Karpaltunnel. In ihm verlaufen 9 Sehnen und der Nervus medianus. Sehnen und Nerv sind von einer rutschigen Hülle umgeben, die auch als Sehnenscheide bekannt ist.

Der Nervus medianus ist ein Nerv, welcher sich aus den Nerven der Halswirbelsäule bildet. Er läuft an der Innenseite unseres Oberarms und Unterarms her und zieht durch den Karpaltunnel. Er hat motorische und sensible Fasern und steuert die Bewegung einiger Handmuskeln und die Empfindungsfähigkeit von Daumen, Zeige- und Mittelfinger.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Wird der Nervus medianus gedrückt oder im Karpaltunnel sogar eingequetscht, kommt es zunächst zu einem Schmerz und Kribbeln in den Fingerspitzen. Bleibt der Nerv eingeklemmt, kann er nicht mehr mit genügend Sauerstoff und Nährstoffe versorgt werden und wird geschädigt. Seine Funktion nimmt ab, es entwickeln sich Taubheitsgefühle in den Fingern und eine Schwäche und Schmerzen des Daumens.

Häufig entsteht das Karpaltunnelsyndrom, wenn sich die Gelenkinnenhaut und Sehnenscheiden im Karpaltunnel entzünden und anschwellen. Sie engen den Raum vom Karpaltunnel ein und erhöhen dadurch den Druck auf den Nerven.

Vor allem Frauen neigen dazu, ein Karpaltunnelsyndrom zu erleiden. Warum? Aufgrund der Veränderung der weiblichen Hormone durch Schwangerschaft, Antibabypillen und Menopause neigt die Gelenkinnenhaut, schneller anzuschwellen. Und da viele Frauen ein eher schmaleres Handgelenk haben, kann bereits nur eine Anschwellung die typischen Symptome eines Karpaltunnelsyndroms provozieren.

Karpaltunnelsyndrom Symptome

Das erste und häufigste Symptom bei einem Karpaltunnelsyndrom ist ein Kribbeln oder “Einschlafen” der ersten drei Finger (Daumen, Zeige- und Mittelfinger). Schüttelt man Arm und Hand aus, verschwinden diese Symptome rasch wieder. Manchmal entwickeln sich zum Kribbeln, Schmerzen von Daumen bis Mittelfinger, die zum Teil bis in den Arm ausstrahlen. Im Anfangsstadium treten die Symptome meist nachts auf. Der Betroffene wird ständig durch die Schmerzen und das Kribbeln in den Fingern geweckt, was aber recht zügig wieder verschwindet.

Ist das Karpaltunnelsyndrom fortgeschritten, tauchen die Beschwerden regelmäßiger auf. Dazu kann sich die Durchblutung in die Hände verschlechtern, Greifbewegungen schmerzen und das Gefühl entstehen, als würde man beim Greifen einen elektrischen Schlag bekommen.

Wird der Nervus medianus immer weiter geschädigt, wird auch seine Funktion immer mehr eingeschränkt. Häufig verlieren Daumen bis Mittelfinger vollkommen ihre Empfindungsfähigkeit und die Feinmotorik in den Händen lässt nach. Im Spätstadium bildet sich häufig der Daumenballen zurück (Muskelatrophie), wodurch der Daumen nur sehr schwer abgespreizt und gebeugt werden kann.

Karpaltunnelsyndrom-Symptome können meistens durch ein starkes Anbeugen des Handgelenks provoziert werden. Wie zum Beispiel beim Fahrrad fahren oder beim Schlafen. Durch das Beugen wird der Karpaltunnel stärker verengt, wodurch die typischen Symptome ausgelöst werden.

Karpaltunnelsyndrom Ursachen

Die häufigste Ursache eines Karpaltunnelsyndroms ist eine wiederholte Belastung oder Überaktivität der Hand und des Handgelenks. Durch eine starke Belastung können sich die Sehnenscheiden entzünden. Mit der Entzündung schwellen sie an und benötigen mehr Platz im Karpaltunnel. Die Folge: Einengung des Nervus medianus.

Ständiges und anhaltendes Abknicken des Handgelenks auf der Arbeit, Schreiben von vielen Texten, Tippen am Computer und eine schlechte Körperhaltung führen zu einer erhöhten Belastung des Handgelenks und sind die häufigsten Auslöser vom Karpaltunnelsyndrom. Aber auch rheumatische Erkrankungen, Diabetes, Handgelenksbrüche oder hormonelle Veränderungen (die zum Beispiel während der Schwangerschaft zu Wassereinlagerungen führen und dadurch Nerven einklemmen) können zu den Symptomen eines Karpaltunnelsyndroms führen.

Bei einigen Menschen entwickelt sich das Karpaltunnelsyndrom auch aufgrund eines anatomischen Engpasses im Bereich der Handwurzelknochen oder aufgrund einer Arthrose im Handgelenk, die mit knöchernen Veränderungen einhergeht.

So unterschiedlich die Ursachen jedoch sind, die Symptome bleiben immer die gleichen. Ständiges Kribbeln und Einschlafen der Finger, die bei einer andauernden Nervenquetschung zu Taubheit und Muskelschwäche führen.

Karpaltunnelsyndrom beidseits?

Treten die Karpaltunnelsyndrom-Symptome auf beiden Seiten auf, sollte die Ursache etwas genauer betrachtet werden. Wenn man zum Beispiel die Hände auf der Arbeit gleich viel belastet, oder man die eine Hand mit dem Karpaltunnelsyndrom schont und deshalb die andere überbeansprucht, kann es durchaus dazu kommen, dass sich das Karpaltunnelsyndrom auf beiden Seiten entwickelt.

Ein viel häufigerer Grund eines beidseitigen Karpaltunnelsyndroms ist jedoch die Halswirbelsäule. Da der Nervus medianus aus der Halswirbelsäule entspringt, können Schäden an der Halswirbelsäule den Nerven irritieren. Arthrotische Veränderungen (Verschleiß), eine Halswirbelsäulenblockade oder eine ständig krumme Haltung können den Nerv stören und zu den gleichen Symptomen wie das Karpaltunnelsyndrom führen. Das heißt, hast du zu den Karpaltunnelsyndrom-Symptomen noch zusätzliche Nackenschmerzen oder kannst den Kopf nicht gut nach links und rechts drehen, könnte deine Halswirbelsäule der Auslöser der Symptome sein.

Karpaltunnelsyndrom natürlich behandeln

Um ein Karpaltunnelsyndrom bestmöglich zu behandeln, sollte in erster Linie die auslösende Ursache gefunden werden. Das heißt, wird ein Karpaltunnelsyndrom durch eine ständige Beanspruchung des Handgelenks ausgelöst, sollte das Handgelenk öfter geschont und nicht überstrapaziert werden. Denn werden die Sehnen ständig und zu stark belastet, wird ihnen die Möglichkeit genommen, sich zu regenerieren. Es entstehen immer neue Schäden, die vom Körper repariert werden müssen.

Das heißt nun: Überbelastung der Handgelenke vermeiden und nach Bedarf eine Schiene um das Handgelenk legen, die ein starkes Abknicken im Handgelenk verhindert. Wichtig ist aber, dass die Hand nicht komplett stillgelegt wird. Dosiertes Bewegen im schmerzfreien Bereich ist gut und unterstützt sogar die Heilung. Durch das Bewegen (Vor- und Zurückbeugen und Drehen) des Handgelenks werden Stoffwechselprozesse aktiviert und dadurch Entzündungen schneller vom Körper beseitigt. Liegt die Ursache hingegen in der Halswirbelsäule, sollte diese in erster Linie gut untersucht werden. Mit Hilfe von Dehnungen und Kräftigungsübungen für Rücken, Schulter und Nacken kann man den Nerv entlasten und sich dadurch Linderung verschaffen. Aber auch die richtige Haltung am Arbeitsplatz ist bei einem Karpaltunnelsyndrom von entscheidender Bedeutung. Bei der Arbeit am Computer, so sollte dieser so eingestellt sein, dass er sich auf Augenhöhe befindet und die Unterarme parallel zum Schreibtisch liegen, damit ein zu starkes Überstrecken der Handgelenke vermieden wird.

Ernährung bei Karpaltunnelsyndrom

Auch die Ernährung hat Einfluss auf den Karpaltunnel. Es gibt Lebensmittel, die im Körper entzündliche Prozesse fördern und den Menschen anfälliger für Schmerzen machen, wogegen viele andere helfen, die Entzündungen aus dem Körper zu beseitigen.

Das heißt, wenn du an einem Karpaltunnelsyndrom leidest:

Vermeide folgende Lebensmittel:

  • Zucker – fördert Entzündungen und kann die Schmerzen verstärken.
  • Natrium (Salz) – fördert die Wassereinlagerung in den Zellen und kann dadurch Schwellungen verstärken. (Reduziere den Salzgehalt in deiner Ernährung, Salz braucht der Körper, zu viel kann aber schaden)
  • Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren – vermeide gesättigte Fettsäuren aus Lebensmittel wie Speck, Wurst, Käse oder andere fettreiche Fleischwaren. Zu viele gesättigte Fettsäuren können die Durchblutung verschlechtern.
  • Alkohol – erhöht systemische Entzündungen und reduziert die Menge an B-Vitaminen im Körper. B-Vitamine sind für die Heilung entscheidend.
  • Verarbeitetes Getreide, insbesondere glutenhaltige Getreideprodukte – das Gluten im Getreide kann Entzündungen verursachen und die Schmerzen verschlimmern.

Lebensmittel gegen Karpaltunnelsyndrom:

  • Frische Früchte und Gemüse – Dein Körper benötigt Nährstoffe, um sich gegen die Entzündungen zu richten und den Heilungsprozess anzuregen. Zusätzlich kann der Verzehr von kaliumreichen Lebensmitteln helfen, überschüssige Flüssigkeiten zu entfernen.
  • Wasser – 8 bis 10 Gläser Wasser pro Tag. Der ausreichende Zufuhr von Wasser hilft, Wassereinlagerungen zu beseitigen und Schmerzen zu lindern.
  • Leinsamen oder Chia Samen – enthalten viele Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren helfen, Entzündungen im Körper zu verringern.
  • Nahrungsmittel mit viel Vitamin B6 – ein Vitamin-B6-Mangel kann zu einem Karpaltunnelsyndrom führen. Wird hingegen reichlich Vitamin B6 in die Ernährung integriert, können Nervenentzündungen gesenkt werden. Grünes Blattgemüse und Bohnen sind gute Quellen dieses Vitamins.
  • Grüne Smoothies – Grüne Smoothies regen die Zellteilung und die Heilung an. Vor allem die Integration von Gerstengras, Spirulina und Chlorella helfen, Entzündungen zu verringern.
  • Ananas – Ananas enthält das Enzym Bromelain, was eine natürliche entzündungshemmende Wirkung hat.
  • Ginko biloba – verbessert die Durchblutung und hilft dadurch die Heilung zu verbessern.

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