Krampfadern

“Einmal Krampfadern – immer Krampfadern” – glauben viele, stimmt aber nicht ganz. Der Körper kann ausgeleierte Venen wieder reparieren. Die blauen, krummen, geschlängelten Adern sind ein Hinweis, dass bestimmte Essgewohnheiten und Lebensumstände nicht passen. Krampfadern sind eine Art Hilferuf des Körpers…ein Hilferuf, der nicht nur nach mehr Schönheit, sondern auch nach mehr Gesundheit ruft.

Die Vene

Mit der Schwerkraft fließt das Blut abwärts in den Körper…Aber wie kommt es wieder hoch? Genau diese Aufgabe übernehmen täglich unsere Venen. Ohne eingebauten Motor überwinden sie die Schwerkraft und sorgen dafür, dass zu unserem Herzen täglich bis zu 11.000 Liter Blut geschleust werden. Und wie machen die das?

Die Venen nutzen 2 ganz spezielle Mechanismen, um dieses zu ermöglichen:

Die Wadenmuskeln. Die Wadenmuskeln umgeben die tiefen Beinvenen. Spannt sich die Wade an, verengt sie die Vene und presst das Blut hoch.

Die Venenklappen. In unseren Armen und Beinen sind die Venen mit speziellen Venenklappen ausgestattet, deren Funktion mit Rückschlagventilen zu vergleichen ist. Spannt die Wadenmuskulatur an, öffnen sich die Klappen und das Blut wird Richtung Herzen gedrückt. Will das Blut mit der Schwerkraft wieder Richtung Boden sausen, schließen sich die Klappen – jedenfalls, solange die Venen und die Klappen noch intakt sind.

Was sind Krampfadern?

Kommt es zu einer Schwächung der Venenwände oder lässt die Funktion der Klappen nach, bilden sich mit der Zeit die typischen Krampfadern. Die Venenwand breitet sich ähnlich wie ein Ballon aus und bildet die bläulich-lilafarbenen Adern, die durch die haut vieler Unterschenkel schimmern.

Hinweis: Mit dem Begriff Krampfadern meint man meist die ausgeleierten Venen an den Unterschenkeln. Krampfadern können aber überall im Körper entstehen. So zum Beispiel auch am Popo. Hier sind die Krampfadern als Hämorrhoiden bekannt und werden in der Regel durch eine längere Verstopfung und Pressen beim Stuhlgang verursacht.

Krampfadern Symptome

Krampfadern sind nicht schwer zu erkennen. Häufig beginnen sie am Unterschenkel als kleine “spinnenartige” Gefäßäderchen (auch als Besenreiser bekannt), die sich mit der Zeit zu blau-lilafarbenen unebenen Adern ausweiten. Abgesehen davon, dass sie für viele ein kosmetisches Problem darstellen, können Krampfadern dumpfe Schmerzen verursachen, die vor allem beim Stehen entstehen.

Dazu kommt, dass die Beine ein allgemein höheres Schmerzempfinden haben und sich müde und schwer anfühlen. Bei einigen entstehen zusätzlich Schwellungen, Wadenkrämpfe und ein ständiger Juckreiz. Verschlechtert sich der Zustand der Venen, können sich sogar Blutgerinnsel und Geschwüre bilden.

Wie entstehen Krampfadern?

Normalerweise wird die Venenwand durch Nährstoffe, wie Bioflavonoide und Vitamin C gestützt. Fehlen dem Körper diese Nährstoffe oder kann er diese nicht richtig verwerten, lässt die Venenwand dem aufkommenden Blutdruck im Inneren übermäßig nach und breitet sich wie ein Ballon aus.

Ähnlich ist es auch bei den Venenklappen. Auch sie benötigen Bioflavonoide, um sich in Form zu halten und effizient zu arbeiten. Fehlt ihnen dieser Nährstoff, lässt ihre Funktion nach. Das Blut bekommt nun die Möglichkeit Richtung Schwerkraft zurückzufließen und die Venenwände auszuweiten.

Doch das ist nicht alles…Häufig wird ein sehr wesentlicher Auslöser von Krampfadern übersehen: Kreislaufprobleme (wie auch Krampfadern) sind in der Regel ein Hinweis auf chronische Entzündungen im Körper. Wenn sich die Gefäßwände entzünden, werden sie empfindlicher gegenüber Belastungen und lassen eher dem inneren Blutdruck nach.

Das heißt nun, hat man einen sitzenden oder stehenden Beruf, schlägt die Beine ständig beim Sitzen übereinander, oder ist übergewichtig, leidet an Verstopfungen oder unterliegt hormonellen Veränderungen (wie Schwangerschaft), werden die Beinvenen ständig gereizt. Die Folge: Chronisch entzündliche Prozesse der Venenwände und Venenklappen – die Geburtsstunde der Krampfadern. Aus den erstmals harmlos aussehenden Besenreisern werden nun chronisch veränderte Gefäße, die zu Schwellungen und Ödeme der Beine führen.

Menschen mit Krampfadern und anderen Kreislaufproblemen weisen deshalb häufig einen erhöhten CRP-Spiegel und Homocysteinspiegel auf. Das CRP ist das sogenannte C-reaktive Protein und ein wichtiger Entzündungsparameter. Es wird in der akuten Phase der Entzündung von der Leber gebildet und hilft dem Immunsystem schädliche Erreger zu vernichten.

Bei dem Homocystein handelt es sich um eine körpereigene Aminosäure, die von Körper normalerweise mit Hilfe von Methylierungsmitteln gesenkt wird. Fehlen dem Körper diese Mittelchen, steigt der Homocysteinspiegel an und sorgt für herz- und gefäßschädigende Prozesse. Es kommt zur Verhärtung der Gefäßwände und Verengung der Arterien.

Krampfadern Ursache

Vielen stellt sich jetzt wahrscheinlich die Frage, was die chronischen Entzündungen verursacht. Einer der häufigsten Gründe, warum Menschen an Kreislaufproblemen leiden, sind Stress, Infektionen und eine schlechte Ernährung. Vor allem aber die Ernährung ist in Kombination mit einem ständig erhöhten Insulinspiegel einer der ausschlaggebenden Auslöser.

Viel Zucker, zuckerhaltige Speisen und Getränke, Getreideprodukte und stärkehaltige Lebensmittel sorgen im Körper für einen ständigen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Durch die Erhöhung des Blutzuckerspiegels sendet der Körper Signale aus, die mehr Insulin produzieren lassen. Die Folge: Ein ständig erhöhter Insulinspiegel. Ein ständig erhöhter Insulinspiegel fördert im Körper die Entstehung von chronischen Erkrankungen.

Neben dem erhöhten Insulinspiegel spielen im Entzündungsprozess auch die Omega-6-Fettsäuren eine wesentliche Rolle. Ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren fördert die Entwicklung von Entzündungsmediatoren, die die Blutgefäßwände schädigen.

Krampfadern natürlich behandeln

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten Krampfadern zu behandeln. Viele herkömmliche Behandlungen basieren auf Injektionen, chirurgischen Eingriffen oder der Kompressionstherapie. Bei den Injektionen werden die Krampfadern beispielsweise verödet und bei der Kompressionstherapie ein Blutstau in den Adern verhindert. Diese Therapien kümmern sich um die problematische Vene. Sie behandeln zwar die betroffene Vene, tun aber nichts gegen die auslösenden Faktoren.

Das heißt also: Wenn man langfristig etwas gegen seine Krampfadern tun möchte, sollte man sich gegen die Ursache des Geschehens richten: Die chronische Entzündung. Das beste Mittel gegen Durchblutungsstörungen ist eine entzündungshemmende Ernährung und Lebensweise.

Schritt 1: Verbessere deine Ernährung

Die Ernährung bei Krampfadern hilft Entzündungen im Körper zu beseitigen, die Venenwand und die Venenklappen zu stärken und den Blutfluss zu verbessern.

Ernährung bei Krampfadern:

Vermeide folgende Lebensmittel:

  • Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke – Zucker fördert im Körper entzündliche Prozesse
  • Reduziere Getreideprodukte – Getreide wird im Körper in Zucker umgewandelt
  • Zu viele Omega-6-Fette – Omega-6-Fette sind zum Beispiel in Margarine und Sonnenblumenöl enthalten

Iss stattdessen:

  • Gute Fette – Omega-3-Fettsäuren helfen, Entzündungen zu beseitigen. Omega-3-Fettsäuren sind in Avocados, Leinsamen und Walnüssen enthalten
  • Viel Obst und Gemüse – diese enthalten viele antioxidative Vitamine, die die Blutgefäße vor Entzündungen schützen.
  • Lebensmittel, die reich an Vitamin B2, B6, B9 und B12 und Zink sind. Dies sind die notwendigen Elemente, um den Homocysteinspiegel natürlich zu senken.
  • Zitrusfrüchte und Beeren – diese enthalten Bioflavonoide und stärken die Venen.
  • Rosskastanien – diese stärken die Venenwände und helfen die Funktion der Venenklappen zu verbessern.
  • Ginko biloba – hilft die Durchblutung in den Extremitäten zu verbessern.
  • Trinke täglich mindestens 2 Liter Wasser. Wasser verbessert die Durchblutung.

Schritt 2: Optimiere deine Lebensweise

Mit Hilfe einfacher Maßnahmen kannst du die Symptome deiner Krampfadern beseitigen und den Regenrationsprozess beschleunigen. Das heißt,

Vermeide:

  • Übergewicht
  • Enge Hosen (diese sorgen für Durchblutungsstörungen)
  • langes Sitzen
  • langes Stehen auf einer Stelle
  • High Heels – durch das Auf- und Abwippen der Ferse beim Gehen pumpt der Körper das Blut Richtung Herz zurück. Trägt man nun High Heels, kann die Wade nicht mehr ihre volle Pumpfunktion erledigen und die Durchblutung wird gestört.

Natürliche Maßnahmen gegen Krampfadern:

  • Aktiviere deine Wadenmuskeln – mach Spaziergänge oder hüpfe auf weichem Boden auf und ab (abrupte Bewegungen oder Laufen und Springen auf Beton oder Laufbänder können die Entzündungen in den Gefäßen fördern. Bessern sind Untergründe wie Rasen oder Sand)
  • Leg deine Beine täglich 10-15 Minuten hoch (höher als Herzniveau)
  • Mache Wechselbäder – dusche deine Beine abwechseln mit kaltem und warmem Wasser ab. Damit trainierst du die Muskulatur der Gefäße).
  • Senke den Östrogenspiegel im Blut – ein übermäßig erhöhter Östrogenspiegel kann zu vermehrten Venenschmerzen führen
  • Entgifte deine Leber – Krampfadern sind häufig ein Zeichen einer überlasteten Leber. Wenn die Leber ihren Aufgaben nicht mehr optimal nachkommt, kann sie nicht mehr ausreichend Giftstoffe aus dem Körper transportieren. Diese werden dann im Körper zwischengespeichert und sorgen für ständige Entzündungen. Aber nicht nur das. Wenn die Leber überlastet ist, kommen zusätzliche Belastungen auf das venöse System.

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