Menstruationsbeschwerden

Menstruationsbeschwerden: Welche Frau kennt das nicht? Jeden Monat das Gleiche. Menstruationsbeschwerden, die Krämpfe verursachen, einem aus dem Verkehr ziehen und zu enormen Kopfschmerzen führen. Menstruationsbeschwerden haben einen Grund. Wenn man diesen kennt und natürlich angeht, kann man sich manch so ein Leid ersparen.

Die Gebärmutter

Jeden Monat das Gleiche. Eine Eizelle, die in der Gebärmutter darauf wartet, befruchtet zu werden. Bleibt die Befruchtung aus, wird die Eizelle samt Gebärmutterschleimhaut während der monatlichen Regelblutung heraustransportiert. Dafür spannt sich die Gebärmuttermuskulatur an und hilft, Schleimhaut samt Eizelle zu entfernen.

Die Gebärmutter kann man sich also wie einen muskulösen Schlauch vorstellen. Sie kann sich wie auch alle anderen Muskeln im Körper zusammenziehen und wieder entspannen. Die meisten Gebärmutteranspannungen bleiben für eine Frau unbemerkt. Spannt sich die Gebärmutter jedoch zu stark an, entstehen die typischen Unterleibsschmerzen, die viele Frauen während der Menstruation kennen.

Wie entstehen Menstruationsbeschwerden?

Wenn sich die Gebärmutter zu stark anspannt, kann entweder das kräftige Zusammenziehen wehtun oder eine häufige Anspannung nacheinander. Beides sorgt für eine vorläufige Unterbrechung der Blutversorgung zur Gebärmutter. Dem Muskel wird dadurch Sauerstoff entzogen und kleine Nozizeptoren (Schmerzmelder) im Muskel aktiviert. Die Nozizeptoren senden dem Gehirn die Nachricht, dass die Gebärmutter zu wenig Sauerstoff bekommt. Die Folge: Ein Schmerz. Das Gehirn sendet nun Schmerzsignale, die die meisten Frauen im Bauch oder im Rücken spüren. Das Gehirn nutzt also den Schmerz, um dem Körper zu signalisieren, dass im Inneren etwas nicht stimmt.

Aber was genau verursacht im Körper diese enorme Anspannung der Gebärmutter? Und warum kommt es bei einigen Frauen zu starken Regelschmerzen, wogegen andere wiederum gar nichts merken.

Menstruationsbeschwerden und Hormone

Kurz bevor die Menstruation einer Frau beginnt, fangen die Gebärmutter auskleidenden Endometriumzellen an, große Mengen an Prostaglandin zu bilden. Das Prostaglandin ist ein Gewebshormon. Es hilft, die Blutgefäße in der Gebärmutter zu verengen und die Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur zu unterstützen. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut abtransportiert und die monatliche Blutung einer Frau eingeleitet. Werden nun zu viele Prostaglandine produziert, können übermäßige Schmerzen während der Menstruation entstehen. Einige dieser Prostaglandine können auch in den Blutkreislauf eindringen und dadurch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen – die typischen Nebensymptome einer Menstruation.

Wenn eine Frau also an Menstruationsschmerzen leidet, produzieren ihre endometrialen Zellen in der Regel mehr Prostaglandine, als bei den Frauen, die wenig bis gar keine Schmerzen haben. Dies erklärt also auch, warum nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR) gegen Menstruationsschmerzen wirken. Ibuprofen, Naproxen und andere NSARs verringern die Produktion der Prostaglandine.

Diese Medikamente verringern zwar die Produktion dieses Hormons und lindern die Schmerzen, doch richten sie sich in erster Linie nur gegen das Prostaglandin. Das bedeutet, sie richten sich nur gegen die Folge eines ursprünglichen Auslösers. Um Menstruationsbeschwerden von Grund auf zu behandeln und dauerhaft seine Schmerzen zu beseitigen, stellt sich viel mehr die Frage, was die Prostaglandinproduktion übermäßig aktiviert…

Menstruationsbeschwerden und Östrogene

Um die übermäßige Prostaglandinproduktion zu verstehen, hilft es, auf die zellulären “Fabriken” zu schauen, die das Prostaglandin produzieren. Für die Bildung der Entzündungs- und Schmerz-fördernden Prostaglandine benötigt der Körper die sogenannte Arachidonsäure. Besitzt der Körper also ein hohes Maß an diesem Prostaglandin-Baustoff, hat er auch die Möglichkeit viel Prostaglandin zu bilden.

Ein anderer Grund für die übermäßige Produktion von Prostaglandin ist das vermehrte Wachstum der Endometriumzellen (also die Zellen in denen das Prostaglandin produziert wird). Im Körper einer Frau regt das weibliche Sexualhormon Östrogen dieses Wachstum an. Es wirkt wie eine Art hormoneller Dünger und sorgt jeden Monat für eine vermehrte Auskleidung der Gebärmutterschleimhaut. Das bedeutet nun: Je mehr Östrogen sich im Körper einer Frau befindet, desto mehr Endometriumzellen können gebildet werden. Das wiederum sorgt für eine verstärkte Produktion der Prostaglandine.

Möchte man seine Menstruationsbeschwerden nun dauerhaft senken, sollte man: die Prostaglandin-Baustoffe im Körper reduzieren und sein Östrogenhaushalt in ein Gleichgewicht bringen.

Menstruationsbeschwerden natürlich behandeln

Die Östrogenmenge im Blut einer Frau wird ständig neu angepasst. So kann zum Beispiel eine fettarme und ballaststoffreiche Ernährung den Östrogenspiegel stark reduzieren.

Östrogen wird normalerweise von der Leber aus dem Blutstrom gezogen und von hier über den sogenannten Gallengang in den Darmtrakt befördert. Im Darm saugen es die Ballaststoffe auf wie einen Schwamm und entsorgen dieses mit vielen anderen Abfällen aus dem Körper. Je mehr Ballaststoffe also in der Nahrung sind, desto besser funktioniert auch das natürliche „Östrogen-Entsorgungssystem“.

Viele tierische Produkte enthalten nur sehr wenig bis gar keine Ballaststoffe. Wenn die tägliche Ernährung nun hauptsächlich aus tierischen Produkten wie Huhn, Fisch oder Milchprodukten besteht, kann der tägliche Bedarf an Ballaststoffen nicht erfüllt werden. Für den Körper bedeutet das nun, dass das “Abfall-Östrogen”, welches von den Ballaststoffen eigentlich gebunden und aus dem Körper abtransportiert werden sollte, im Körper bleibt. Es gelangt wieder in den Blutkreislauf und erhöht hier die Östrogenmenge im Blut. Dies fördert wiederum die das Wachstum der Endometriumzellen.

Aber nicht nur das… Viele tierische Produkte liefern die Arachidonsäure, also den Baustoff der Prostaglandine. Isst man nun regelmäßig Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier, liefert man dem Körper ein hohes Maß an den Prostaglandin-Baustoffen. Das heißt nun, besteht die tägliche Ernährung aus vielen tierischen Produkten, kann das Risiko von Menstruationsbeschwerden deutlich erhöht werden.

Isst man dagegen viele ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Bohnen, Obst, Samen und Nüsse, kann das Östrogen besser beseitigt und der entzündungsfördernde Prostaglandinspiegel gesenkt werden.

Menstruationsbeschwerden Ernährung

Um seine Menstruationsbeschwerden also dauerhaft zu lindern, sollte die tägliche Ernährung optimiert werden. Das bedeutet:

Vermeide /Reduziere folgende Lebensmittel:

  • Tierprodukte: Fisch, Geflügel, Fleisch, Eier und Milchprodukte
  • Öle: Wie Salatdressings, Margarine und alle erhitzten Öle
  • fetthaltige Lebensmittel: Donuts, Pommes, Kartoffelchips, Erdnussbutter, usw.
  • Zucker fördert Entzündungen
  • Koffein kann die Schmerzen während der Menstruation verstärken

Iss stattdessen:

  • Pflanzliche Fette: Wie Omega-3-Fettsäuren, die in Leinöl, Olivenöl und Hanföl enthalten sind. Diese liefern die Alpha-Linolensäure und hindert im Körper die Bildung der Arachidonsäure.
  • Gemüse: Brokkoli, Spinat, Karotten, Süßkartoffeln, Mangold, Rosenkohl, usw.
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Erbsen, Linsen
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel: Leinsamen, Chia Samen
  • Obst: Wie Bananen und Äpfel
  • Magnesium- und kalziumreiche Lebensmittel: Roher Kakao, Mohn, Sesam (Magnesium uns Kalzium helfen die Krämpfe zu reduzieren)
  • Vitamin-B6-reiche Lebensmittel: Leinsamen, Pistazien, Bananen
  • Borretschöl, Nachtkerzenöl und Schwarzes Johannisbeeren Kernöl helfen, die Prostaglandine bei einigen Frauen zu verringern.
  • Omega-3-Fettsäuren: Leinöl, Olivenöl und Hanföl

Wichtiger Hinweis: Obwohl viele Frauen bereits wenig tierische Produkte und viele frische und gesunde Lebensmittel essen, leiden sie trotzdem jeden Monat an den qualvollen Menstruationsbeschwerden. Was ist der Grund? In vielen Fällen ist es die Leber. Normalerweise hilft, eine gute funktionierende Leber das Östrogen aus dem Körper hinauszutransportieren. Ist die Leber jedoch überlastet – sei es aufgrund von Stress, Medikamenten, etc. – kann sie ihrer Aufgabe nicht mehr optimal nachkommen. Dies zeigt sich häufig in einer ständigen Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Verdauungsproblemen. Um die Leber nun wieder auf Vordermann zu bringen, empfiehlt sich eine Leberreinigung. Während der Leberreinigung wird die Leber entlastet und ihr Zeit zur Regeneration gegeben.

Schnelle Hilfen bei Menstruationsbeschwerden

Wärme – Mit Hilfe einer Wärmflasche wird die Durchblutung der Gebärmutter angeregt, die Verkrampfung gesenkt und dadurch die Unterleibsschmerzen gelindert.

Tees – Vor allem Kräutertees haben eine entspannende Wirkung. Kamillentee und Schafgarbe helfen, die starke Kontraktion der Gebärmutter zu reduzieren.

Bewegung – Spaziergänge und gymnastische Übungen regen die Produktion von Endorphinen an und helfen, die Menstruationsbeschwerden zu reduzieren.

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