Neurodermitis

Neurodermitis – juckende, rote Haut mit schuppigen Flecken. Kratzt man, wird’s nur schlimmer. Wer an Neurodermitis leidet, wird den ganzen Tag vom Juckreiz geplagt. Das Problem beginnt meist schon im Säuglingsalter. Wird nichts dagegen getan, nimmt man das Jucken auch oft ins Erwachsenenalter mit. Für eine gezielte Behandlung sollte man die eigentliche Ursache betrachten. Denn Neurodermitis ist vielmehr als nur ein Hautproblem…

Was ist Neurodermitis?

Wer kennt das nicht? Eine Haut, die in den Sommermonaten spannt und trocken ist. Menschen mit Neurodermitis begleitet diese Symptomatik ständig. Und nicht nur das. Ihre Haut wird schuppig, gerötet, rau und bildet hin und wieder Bläschen, die nässen und sich zu Verkrustungen verändern.

Neurodermitis ist eine Krankheit, bei der die Haut auf äußere und innere Reize entzündlich reagiert. Vor allem die Hände, Ellenbogen, Kniekehlen und die Kopfhaut sind betroffen. Manchmal greift die Neurodermitis sogar das Gesicht und die Augenlider an und in schlimmsten Fällen den gesamten Körper.

Egal welcher Teil der Haut betroffen ist, die Neurodermitis sorgt für einen starken Juckreiz. In einigen Fällen beginnt der Juckreiz, noch bevor der Hautausschlag erscheint, und zeigt sich dann in einer sehr trockenen, verdickten und schuppigen Haut.

Neurodermitis und die Haut

Normalerweise schützt uns die Haut vor schädlichen Einflüssen. In der äußeren Hautschicht besitzt sie Fettstoffe, die verhindern, dass zu viel Wasser aus der Haut entweicht und gelichzeitig für verschiedene Eindringlinge eine Barriere aufstellt. Dadurch bewahrt sie die untere Hautschicht vor Toxinen, Allergenen und Bakterien.

Bei Neurodermitikern ist die äußere Hautschicht jedoch porös und sehr durchlässig. Natürliche Feuchtigkeitsfaktoren und das Protein Claudin-1 sind stark abgeschwächt. Dadurch kann mehr Wasser aus der Haut austreten und Umweltallergene hineingelangen. Die Haut wird dadurch trockener und anfälliger für Eindringlinge. Ist die zweite Hautschicht auch porös, haben die Eindringlinge die Möglichkeit sich tief im Gewebe zu verteilen. Die Folge: Eine Entzündung der Haut.

Neurodermitis Ursache

Die Haut kann bei einer Neurodermitis sehr schnell durch verschiedenste Auslöser gereizt werden. Egal ob Schweiß, trockene Zimmerluft, verschiedene Cremes, Stress, Infektionen oder Nahrungsmittelallergien. Sie greifen die Haut an, reizen sie und führen zu entzündlichen Reaktionen.

Obwohl die Haut bei einem Neurodermitis-Betroffenen durch die veränderte Hautbarriere viel schneller angegriffen werden kann, steckt hinter der Neurodermitis vielmehr als nur ein Hautproblem. Neurodermitis ist ein Zeichen, dass das körpereigene Immunsystem geschwächt ist und deshalb mit Entzündungen und allergischen Reaktionen reagiert.

In der Haut, Schleimhäuten und vor allem im Darm befinden sich wichtige Immunzellen. Von allen Abwehrzentren im Körper macht allein der Darm, ganze 80% des Immunsystems aus. Hunderte Billionen Mikroorganismen reisen im Darm und sorgen für eine gute Abwehr, schützen vor Infektionen und sorgen für ein schönes Hautbild. Wird das Innenleben des Darms irritiert, kann sich das schnell am Hautbild bemerkbar machen. Der Zusammenhang zwischen Haut und Darm ist sogar so enorm, dass man die Situation des Darms förmlich an der Haut ablesen kann. Denn je schlimmer die Haut, desto schlechter auch die Darmsituation.

Neurodermitis und der Darm

Der Darm ist ein großer Teil unseres Verdauungssystems. Alles, was rein geht, geht auch wieder hinaus – oder zumindest ist es das, wie es normalerweise funktionieren sollte. Denn konsumiert man immer wieder entzündliche Lebensmittel, nimmt Medikamente (wie Antibiotika) ein oder ist häufig mit Toxinen konfrontiert, wird der Darm mit der Zeit porös.

Was bedeutet das? Im Idealfall besteht das Darminnenleben (die sogenannte Darmflora) zu 80% aus guten und zu 20% aus schlechten Bakterien. Sind wir nun ständig mit den beschrieben Umständen konfrontiert, wachsen die schlechten Bakterien in einem rasanten Tempo an, wogegen die guten Bakterien in ihrer Zahl deutlich verringert werden.

Dies stellt für den Darm ein großes Problem dar. Mit dem übermäßigen Wachstum der schädlichen Bakterien werden nun Giftstoffe gebildet, die sich gegen unsere Darmschleimhaut richten. Die Giftstoffe greifen die Darmschleimhaut an und schaffen große Löcher und Räume zwischen den Zellen.

Durch diese Löcher können nun Giftstoffe, unvollständig verdaute Proteine und Fette sowie pathogene Mikroben austreten und sich in die Blutbahn schleichen. Dieser Zustand ist auch als “Leaky Gut” oder “Leckender Darm” bekannt. Anstatt also geradeaus durch den Darm ausgeschieden zu werden (wie es eigentlich sein sollte), gelangen unerwünschte Partikel wieder in den Körper.

Was hat Neurodermitis mit dem Darm zu tun?

Da durch den beschädigten Darm Toxine und Giftstoffe nicht mehr ordnungsgemäß abtransportiert werden, nutzt der Körper die Haut, um Giftstoffe und Bakterien hinauszubefördern. Neben der schützenden Funktion übernimmt die Haut nun zahlreiche Entgiftungsprozesse.

Ebenso kann auch eine Ansiedlung von den schlechten Bakterien im Darm eine schädliche Pilzbildung provozieren. Diese Pilze können sich direkt auf die Haut auswirken und die Hautveränderungen auslösen. Es ist also nicht verwunderlich, warum eine Vielzahl an Hauterkrankungen entsteht, wenn die Darmsituation gestört ist. Der Körper nutzt die Haut, um das Blut von den belastenden Giftstoffen und Bakterien zu befreien. Die Folge: Hautausschläge, Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte, Müdigkeit,…

Doch ist das nicht alles… Auf die Anwesenheit dieser Fremdstoffe im Blut reagieren zahlreiche Immunzellen mit der Freisetzung proinflammatorischer Zytokine. Das bedeutet, es kommt zu einer Überaktivität des Immunsystems, wobei spezifische Abwehrzellen und Antikörper gebildet werden. Eines dieser Antikörper ist das sogenannte Immunglobulin E (IgE), was vor allem die Schleimhäute und die Haut besiedelt.

Normalerweise unterstützt das IgE verschiedene immunologische Prozesse mit der Ausschüttung vom Histamin. Wird jedoch zu viel IgE gebildet, steigt auch die Histaminfreisetzung, was sich wiederum negativ auf den Körper auswirkt. Eine Überproduktion von Histamin regt entzündliche Prozesse im Körper an und provoziert einen starken Juckreiz – die Symptome, die typisch für eine Neurodermitis sind.

Hinweis: Die Histaminfreisetzung erklärt also auch, warum viele Neurodermitiker häufig an Asthma und Allergien leiden.

Neurodermitis natürlich behandeln

Jetzt, wo man den Zusammenhang zwischen dem Darm und der Haut versteht, wird wahrscheinlich klar, dass eine gute Behandlung der Haut im Inneren des Körpers beginnt. In anderen Worten: Reinige dein Inneres und du bekommst ein schönes Äußeres. Das heißt, fördere die Regeneration deines Darms, vermeide schädliche Lebensmittel und iss stattdessen nährstoffreiche und entzündungshemmende Lebensmittel.

Hinweis: Wenn es akut ist und du eine schnelle Hilfe brauchst, wird dir wahrscheinlich keiner besser helfen können, als dein Arzt. Wenn du jedoch vorbeugen oder im Nachgang einen gesünderen Lebensstil annehmen möchtest, um zu verhindern, dass es wieder kommt, gibt es natürliche Möglichkeiten, die dabei helfen können.

Darm mit natürlichen Lebensmitteln reparieren: Zum Darmprogramm

Schritt 1: Beseitige entzündliche Lebensmittel

Dazu gehören Lebensmittel, wie:

  • Glutenhaltige Getreideprodukte
  • Milch
  • Soja
  • und Zucker.

Diese Arten von Lebensmittel regen das Wachstum der schlechten Bakterien im Darm an. Zucker füttert zum Beispiel die schlechten Bakterien, wodurch sie sich in einem rasanten Tempo weiter entwickeln.

Schritt 2: Iss mehr Probiotika

Es reicht nicht aus, nur die entzündlichen Lebensmittel zu beseitigen, um den Darm vollkommen zu heilen. Durch Antibiotika wird zu den schlechten Bakterien auch ein Großteil der guten Bakterien zerstört und das Immunsystem geschwächt. Der schnellste Weg, um das Wachstum der guten Bakterien anzuregen, sind probiotische Lebensmittel. Dazu gehören Lebensmittel, wie Sauerkraut, Kimchi (marinierter Kohl) und Kefir.

Schritt 3: Integriere mehr Omega-3-Fette in deine Ernährung

Omega-3-Fette haben eine starke entzündungshemmende Wirkung und unterstützen den Aufbau der guten Bakterien im Darm. Deshalb: Integriere gesunde Fette in deine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind und viele essenzielle Fettsäuren enthalten. Fischöl, natives Kokosöl und Avocadoöl sind gute Quellen dieser wertvollen Fette.

Hinweis: Dies ist keine komplette Anleitung für ein Darmreinigungsprogramm. Für eine komplette Darmreinigung ist ein strukturiertes Darmreinigungsprogramm zu empfehlen.

Wenn der gute Bakterienstamm wieder aufgebaut wird, kann sich die hergestellte Balance sehr positiv auf die Neurodermitis auswirken. Der Körper kann die Giftstoffe besser über den Darmausgang entfernen und schädliche Pilze besser entfernen.

Schnelle Hilfe gegen Neurodermitis-Juckreiz

Apfelessig

Apfelessig besitzt entzündungshemmende Wirkstoffe und hilft den Juckreiz zu lindern. Vermische Apfelessig mit der gleichen Menge an Wasser. Tränke in dieser Mischung einen Wattebausch und lege diesen auf die betroffene Stelle. Lass die Mischung 30 Minuten einziehen und reinige den Bereich anschließend mit einem feuchten Baumwolltuch. Wiederhole diese Prozedur täglich für mehrere Wochen. Eine andere Option: Vermische 1 Teelöffel Apfelessig in einem Glas Wasser und trinke die Mischung zwei Mal täglich.

Aloe Vera

Aloe Vera wirkt sehr feuchtigkeitsspendend, besitzt antimikrobielle Eigenschaften und hilft den Juckreiz zu lindern. Trage mehrmals täglich frisches Aloe Vera Gel auf die betroffenen Stellen.

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