Nierensteine

Nierensteine: Schmerzen beim Pinkeln, ständiger Harndrang und ein übel reichender Urin. Wer Nierensteine hat, merkt es erst häufig, wenn diese in den Harnwegen stecken bleiben. Kleine Nierensteine kann der Körper über den Urin ausscheiden. Werden die Nierensteine jedoch größer als ein Reiskorn oder füllen gar das gesamte Nierenhohlsystem aus, wird es für den Körper etwas schwieriger.

Die Nieren

Klein, bohnenförmig und im Doppelpack. Unsere Nieren gehören zu einem unserer lebenswichtigen Organe. Sie entgiften den Körper, regulieren den Flüssigkeitshaushalt und Blutdruck und sorgen dafür, dass täglich rund 1,5 Liter Urin ausgeschieden werden. Die Nieren entfernen überschüssige Flüssigkeiten aus dem Körper und beseitigen nicht brauchbare Elektrolyte und Abfälle aus dem Blut – jedenfalls so lange, die Harnwege frei sind.

Wie entstehen Nierensteine?

Stehen den Nieren mehr kristallförmige Substanzen als Flüssigkeit zur Verfügung, lassen die Nierensteine nicht lange auf sich warten. Die Mineralien und Salze beginnen im Urin zu kristallisieren, zusammenzukleben und zu einer Masse zu erstarren. Häufig geschieht das, wenn der Urin entweder stark alkalisch oder sehr sauer ist. Die Folge: Die Geburtsstunde der Nierensteine.

Was ist genau ein Nierenstein?

Einfach ausgedrückt ist ein Nierenstein ein hartes Ding, welches aus Chemikalien aus dem Urin besteht. Schaut man etwas genauer drauf, erkennt man, dass ein Nierenstein aus den Abfällen im Urin besteht und daraus Kristalle bildet. Die Kristalle locken weitere Stoffe an, die zusammenkommen und zu einem festen Stoff zusammenschmelzen. Werden diese – noch winzigen – Kristalle mit genügend Flüssigkeit über den Urin herausgespült, wird eine Steinbildung verhindert. Bleiben die Kristalle jedoch in der Niere, bilden sie aus den Chemikalien Kalzium, Oxalat, Harnsäure, Cystin, Xanthin und Phosphat Nierensteine.

Hat sich nun ein Stein gebildet, kann dieser entweder in der Niere bleiben oder in den Harnleiter reisen. Manchmal bewegen sich winzige Steine über den Urin aus dem Körper, ohne dass der Besitzer davon viel merkt. Bleiben die Nierensteine jedoch im Körper und werden nicht herausgespült, können sie immer größer werden und sogar das gesamte Nierenhohlsystem ausfüllen. Löst sich nun einer dieser großen Nierensteine, kann er den Harnleiter verengen und zu starken Schmerzen führen.

Nierensteine Arten

Die Nierensteine unterscheiden sich in vier Hauptarten. Kennt man den hauptsächlichen Baustein seiner eigenen Nierensteine, kann man dessen Ursache besser ermitteln und gezielter dagegen angehen.

Kalziumsteine

Kalziumsteine sind die häufigste Art der Nierensteine. Sie werden gebildet, wenn sich im Urin das Kalzium mit dem Oxalat verbindet. So paradox es auch klingen mag, eine unzureichende Kalziumzufuhr kann dazu beitragen, dass sich diese Art der Nierensteine bildet. Bei den Oxalaten handelt es sich um einen Inhaltsstoff, welcher in einigen Früchten und Gemüse enthalten ist und von der Leber produziert wird.

Harnsäuresteine

Bei den Harnsäuresteinen handelt es sich um ein Nebenprodukt des Eiweißstoffwechsels, welche häufig in Kombination mit Gicht auftritt. Innereien und Schalentiere weisen eine hohe Konzentration an Purine auf. Ein hoher Purin-Verzehr führt im Körper zu einer höheren Produktion von Natriumglutamat Urat. Das Natriumglutamat Urat löst bei Gicht die Entzündungen aus und kann bei entsprechenden Bedingungen Nierensteine bilden.

Struvitsteine

Struvitsteine sind häufig die Folge einer Harnwegsinfektion und werden in der Regel öfter bei Frauen entdeckt. Die Struvitsteine bilden sich im alkalischen Urin, welcher durch Bakterien einer aufsteigenden Harnwegsinfektion entstanden ist.

Cystinsteine

Nur sehr wenige Menschen haben Cystinsteine. Sie sind die Folge einer Cystinurie, einer erheblichen Störungen, die die Niere dazu anregt, riesige Mengen an bestimmten Aminosäuren auszuscheiden.

Nierensteine Symptome

Fast jeder 25. Deutsche trägt Nierensteine in sich. Doch erfahren es die meisten erst dann, wenn einer der Steine im Harnleiter stecken bleibt. Der Harnleiter ist das Verbindungsrohr zwischen Nieren und Blase.

Einige Nierensteine sind so klein wie ein Sandkorn, wogegen andere die Größe eines Kieselsteins erreichen und wiederum andere zu dem Durchmesser eines Golfballs ausarten. Allgemein gilt: Je größer der Stein, desto ausgeprägter sind die Symptome.

Die Nierensteine können sich nur durch ein oder mehreren der folgenden Symptome bemerkbar machen:

  • Schmerz seitlich und hinter den Rippen
  • wellenförmige ausstrahlende Schmerzen von der Flanke bis in den Unterbauch
  • Blutiger, trüber und übel riechender Urin
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • ständiger Harndrang
  • Fieber und Schüttelfrost (sind Zeichen, dass zusätzlich eine Infektion vorhanden ist)

Ein Nierenstein verursacht in der Regel erst Schmerzen, wenn er zu Irritationen führt oder die Harnwege verstopft. Normalerweise baut sich der Schmerz extrem schnell auf. Das Gewebe um den Stein wird stark ausdehnt und das Abfließen vom Urin blockiert. Der Nierenstein verursacht selbst also keinen Schmerz.

Nierensteine Ursache

Nierensteine entstehen meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Die meisten davon können durch die tägliche Lebensweise und Ernährung beeinflusst und dadurch das Risiko für Nierensteine reduziert werden:

Dehydration

Das Trinken von zu wenig Wasser ist einer der häufigsten Gründe, warum Nierensteine entstehen. Wenn man nicht ausreichend trinkt, fehlt den Nieren die Flüssigkeit, die hohe Konzentration der nierensteinbildenden Substanzen zu verdünnen. Aber woher weiß man, ob man ausreichend getrunken hat?

Der Wasserbedarf jedes Menschen ist unterschiedlich. Je nach individueller Stoffwechsellage und täglicher Aktivität kann der Wasserbedarf variieren. Der beste Weg, um zu erkennen, ob man genug getrunken hat, ist an der Farbe des Urins. Je heller der Urin ist, desto besser. Um Nierensteine vorzubeugen, sollte die Farbe des Urins hellgelb sein.

Bedenke: Wenn es draußen sehr warm ist und man Sport macht, schwitzt man in der Regel mehr. Dadurch geht Flüssigkeit verloren und der Urin wird konzentrierter. Das heißt, trinke an solchen Tagen mehr, um den Urin zu verdünnen und wieder hellgelb zu verfärben.

Hinweis: Wenn du Multivitamin oder Vitamin-B-Ergänzungen einnimmst, kann sich die Farbe des Urins hellgelb verfärben, obwohl du noch nicht ausreichend getrunken hast. Falls du solche Ergänzungen zu dir nimmst, sollte die Farbe des Urins nichts als Richtwert genommen werden, ob du ausreichend getrunken hast.

Wenig Bewegung

Ein weiterer Risikofaktor für Nierensteine ist die Sesshaftigkeit. Menschen, die viel Sitzen, sich nur sehr wenig bewegen oder gar bettlägerig sind, sind anfälliger für Nierensteine. Die beschränkte Bewegung sorgt im Körper dafür, dass mehr Kalzium den Knochen freigesetzt wird. Ist dazu der Natriumgehalt im Körper sehr hoch, erhöht sich die Gefahr von Kalziumsteinen.

Zucker

Zucker bringt im Körper die mineralische Beziehung durcheinander, indem es sich in die Kalzium- und Magnesium-Absorption einmischt. Aber nicht nur das. Zucker und Maissirup führen zusätzlich zu Übergewicht und Diabetes und sind ein wichtiger Grund, warum Kinder schon im Alter von 5 und 6 Jahren Nierensteine entwickeln.

Salz

Salz erhöht die Menge an Kalzium und Oxalat im Urin und erhöht dadurch die Gefahr für Kalziumsteine.

Zusätzliche Faktoren, die die Entstehung von Nierensteinen begünstigen:

  • Bluthochdruck
  • Verdauungsprobleme
  • nicht-fermentierte Sojaprodukte
  • Koffein
  • Übergewicht

Muss ich Kalzium vermeiden, wenn ich Kalziumsteine habe?

Früher wurden Nierenstein-Patienten davor gewarnt, Nahrungsmittel zu essen, die reich an Kalzium sind. Mittlerweile weiß man, dass die Vermeidung von Kalzium mehr Schaden als Nutzen kann. Aber warum ist das so? Schließlich bestehen die Nierensteine ja zum größten Teil aus Kalzium.

Kalzium ist nicht der Feind. Wenn der Kalziumgehalt im Urin sehr hoch ist, kann eine Natriumreduktion sehr hilfreich sein, um Kalziumsteine vorzubeugen. Anstatt die Kalziumaufnahme zu verringern, sollte man sich eher darauf konzentrieren, den Natriumkonsum zu verringern und stattdessen kalziumreiche Lebensmittel mit oxalatreichen Lebensmitten in einer Mahlzeit zu kombinieren. Warum?

Wenn oxalatreiche Lebensmittel mit kalziumreichen Lebensmitteln während einer Mahlzeit gegessen werden, verbinden sich beide Stoffe bereits im Magen und Darm miteinander – also bevor der Urin von den Nieren produziert wird. Ein übermäßiger Natriumkonsum führt dazu, dass mehr Kalzium in die Niere wandert und dadurch das Risiko für die Entwicklung von Nierensteinen erhöht.

Täglich sollte man nicht mehr als 2.000 Milligramm Natrium (also Salz) zu sich nehmen. Wichtig ist aber zu beachten, dass sich in vielen Lebensmitteln “versteckte” Salze befinden. Dazu gehören zum Beispiel einige Mineralwasser, Lebensmittel aus Konserven und der Tiefkühltruhe und Fast Food.

Hinweis: Während Kalzium aus der Nahrung Nierensteine vorbeugt, können Kaliumpräparate das Risiko für Nierensteine um ganze 20 Prozent erhöhen können.

Muss ich Oxalate vermeiden, wenn ich Kalziumoxalatsteine habe?

Kalziumoxalatsteine sind die häufigste Form der Nierensteine (etwa 70% der Kalziumsteine bestehen aus Kalziumoxalatsteinen). Oxalat ist in vielen natürlichen Lebensmitteln enthalten. Dazu gehören unter anderem: Erdnüsse, Rhabarber, Spinat, Rüben, Schokolade und Süßkartoffeln. Der Oxalat-Gehalt von Lebensmitteln kann ständig aufgrund veränderter Bodenqualität und Reifegrad variieren.

Während einige Untersuchungen zeigen, dass eine Reduktion vom Verzehr oxalathaltiger Lebensmittel helfen kann, die Bildung von Oxalatsteinen zu senken, sollte man den Verzehr dieser Lebensmittel nicht allzu übermäßig einschränken. Die meisten Nierensteine entstehen, wenn sich das Oxalat mit dem Kalzium bindet, während der Urin von den Nieren produziert wird. Isst man jedoch während einer Mahlzeit oxalatreiche Lebensmittel mit kalziumreichen Lebensmitteln, können sich beide Stoffe bereits im Magen und Darm miteinander verbinden.

Zusammengefasst heißt das nun: Wenn du Kalziumoxalatsteine hast, reduziere oxalatreiche Lebensmittel in deiner Ernährung. kombiniere oxalatreiche Lebensmittel mit kalziumreichen Lebensmitteln. reduziere Salz in deiner Ernährung.

Nierensteine natürlich behandeln

Eins vorab: Wenn es akut ist und du eine schnelle Hilfe brauchst, wird dir wahrscheinlich keiner besser helfen können, als dein Arzt. Wenn du jedoch vorbeugen oder im Nachgang einen gesünderen Lebensstil annehmen möchtest, um zu verhindern, dass es wieder kommt, gibt es natürliche Möglichkeiten, die dabei helfen können.

Zu der besten Behandlungsmöglichkeit, um Nierensteine zu beseitigen, gehört VIEL WASSER trinken. Wasser hilft nicht nur die kleinen Steine besser hinauszubefördern, sondern gleichzeitig vor einer Neubildung von Nierensteinen vorzubeugen. Wasser verdünnt die Konzentration des Urins und verhindert dadurch das Zusammenklumpen der Kristalle. Wichtig ist, dass man Wasser trinkt und NICHT Limonaden oder Fruchtsäfte.

Die meisten Nierensteine kommen auf eigenem Weg nach draußen. Bleiben die Nierensteine jedoch irgendwo in den Harnwegen stecken, blockieren den Urinfluss, schädigen das Nierengewebe oder sind einfach zu groß, um von alleine herauszukommen, ist eine ärztliche Behandlung notwendig. Es gibt verschiedenste medizinische Verfahren und chirurgische Techniken, um Nierensteine zu behandeln. Eine dieser Möglichkeiten ist die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie. Hierbei werden die Nierensteine mittels Schallwellen in kleinere Stücke zerbrochen, um anschließend nach Tagen oder Wochen über den Urin ausgeschieden zu werden. Bei jedem chirurgischen Eingriff besteht jedoch immer das Risiko, unser überlebenswichtige Organ Niere in irgendeiner Weise zu schädigen. Deshalb gilt: Wer viel trinkt und vorbeugt, hat gute Karten…

Nierensteine vorbeugen

  • Trinke viel Wasser – etwa 2 Liter täglich. Dein Urin soll eine hellgelbe Farbe haben (auch im Sommer).
  • Iss mehr Obst und Gemüse – dadurch wird der Urin weniger sauer. In einem sauren Urin bilden sich häufig mehr Nierensteine.Tierisches Eiweiß lässt den Säurespiegel im Urin ansteigen und erhöht das Risiko für Nierensteine.
  • Reduziere Salz in der Ernährung.
  • Verringere tierische Proteinquellen, wie Fleisch und Milchprodukte.
  • Achte auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr – ein Mangel an Magnesium kann das Risiko für Nierensteine erhöhen. Magnesium hilft überschüssiges Kalzium aus dem Körper zu entfernen, verhindert, dass sich Kalzium mit Oxalat verbindet. Gemüsesäfte, Bananen, Nüsse, Mandeln, Samen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam und Avocados sind ausgezeichnete Quellen von Magnesium.
  • Vermeide Zucker – Zucker stört mineralische Beziehungen im Körper.
  • Vermeide nicht-fermentierte-Sojaprodukte – Sojabohnen und nicht-fermentierte-Sojaprodukte liefern sehr viele Oxalate.
  • Nimm ab, wenn du übergewichtig bist – Übergewicht erhöht das Risiko Nierensteine zu entwickeln. Wichtig ist aber, dass du keine Crash-Diät machst oder anfängst hohe Mengen an tierischen Eiweißen zu essen. Beide erhöhen zusätzlich die Gefahr der Nierensteinbildung. Sinnvoll ist es, deine Ernährung dauerhaft umzustellen und dadurch deine Gewichte purzeln zu lassen.
  • Beweg dich – dadurch wird verhindert, dass die Knochen zu viel Kalzium freisetzen.

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