Parodontitis

Parodontitis: Blutiges Zahnfleisch, Wackelzähne und dann…eine riesengroße Zahnlücke. Vielen Parodontitis-Betroffenen vergeht das Lächeln. Aus dem wunderschönen strahlenden Lächeln wird ein lückenhaftes Gebiss. Außer man reagiert rechtzeitig und beugt vor…

Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis – früher auch bekannt als Zahnfleischschwund – ist eine Entzündung um den Zahn. Sie beschreibt das fortgeschrittene Stadium einer Zahnfleischerkrankung, bei der das gesamte Zahnbett entzündet und infiziert wird.

Was ist das Zahnbett? Das Zahnbett ist – wie der Name bereits sagt – der Ort, wo unsere Zähne eingebettet sind. Es besteht aus dem Zahnfleisch, der Wurzelhaut (die sich aus kleinen Zahnbändern zusammensetzt) und dem Kieferknochen.

Wie entsteht eine Parodontitis?

Unser Mund ist ein Paradies für Mikroorganismen. In unserem Mund tummeln mehr Mikroorganismen als Menschen auf der gesamten Erde leben. Viele davon übernehmen nützliche Aufgaben und schützen vor gefährlichen Eindringlingen. Wogegen andere unseren Zahnbelag besiedeln, von Nahrungsresten fressen und gefährliche Gifte ausscheiden. Diese Gifte können das Zahnfleisch angreifen und dieses entzünden. Die Folge: Eine Gingivitis, eine Zahnfleischentzündung, die zunächst keine Schmerzen verursacht, jedoch das Zahnfleisch rot-bläulich verfärbt und zu Zahnfleischbluten beim Zähneputzen führt.

Breitet sich die Gingivitis immer weiter aus, kann aus einer “einfachen Zahnfleischentzündung” eine komplette Entzündung des Zahnbetts entstehen. Ist das der Fall, spricht man von einer Parodontitis.

Bei der Parodontitis sorgt das entzündete Zahnfleisch für einen Ansturm vieler kleiner Immunhelfer. Sie richten sich gegen die schädlichen Bakterien und die Bakteriengifte und versuchen diese mit aller Kraft hinauszuschaffen. Es kommt zu einer stärkeren Entzündung. Bei dem Versuch die schädlichen Angreifer loszuwerden, wird auch häufig körpereigenes Gewebe angegriffen. Die Folge: Zahnfleischschwund, Abbau von Wurzelhaut und Kieferknochen, Wackelzähne…und schließlich Zahnverlust.

Parodontitis Symptome

Da eine Gingivitis häufig schmerzlos verläuft, nimmt der Betroffene diese im Anfangsstadium oft nicht richtig wahr. Fängt der Körper nun an, sich mit seinen Immunhelfern gegen die Bakterien zu richten, entwickeln sich immer mehr entzündliche Reaktionen, die sich in den folgenden Symptomen äußern können:

  • Entzündung (Schwellung) vom Zahnfleisch
  • leuchtend rotes bis violettfarbenes Zahnfleisch
  • Schmerzen am Zahnfleisch, wenn dieses berührt wird
  • Zahnfleischrückgang, sodass die Zähne länger aussehen
  • Extra-Raum, der sich zwischen den Zähnen bildet (wenn der Bereich zwischen Zahn und Zahnfleisch größer als 3 Millimeter wird, spricht man von sogenannten Zahnfleischtaschen)
  • Eiterbildung zwischen den Zähnen und Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen
  • Zahnfleischbluten beim Benutzen von Zahnseide
  • Halitosis (Mundgeruch)
  • Abbau des Kieferknochens
  • Lockerung der Zähne
  • Das Gefühl, als würde sich das Gebiss anders anfühlen (weil die Zähne nicht mehr exakt aufeinander passen)

Parodontitis Ursachen

Plaqueansammlung auf den Zähnen

Der Plaque ist der hellgelbe Biofilm, der sich natürlich auf den Zähnen entwickelt. Er besteht aus Speichelbestandteilen und Nahrungsresten. Putzen wir uns die Zähne, können wir unsere Zähne von Plaque befreien. Es dauert jedoch nicht lange, bis sich dieser wieder aufbaut (ca. 1 Tag). Bleibt der Plaque nun länger als zwei oder drei Tage auf den Zähnen, verfestigt er sich nicht nur zum Zahnstein, sondern greift zusätzlich das umliegende Gewebe an. Die darin lebenden Bakterien nehmen überhand und sorgen für eine Entzündung vom Zahnfleisch.

Verminderter Speichelfluss

Mit Hilfe des Speichels werden Speisereste, die den Bakterien als Nahrung dienen, aus dem Mund entfernt. Gleichzeitig spült der Speichel täglich Hunderte von Bakterien aus dem Mund, liefert wertvolle Mineralien an den Zahnschmelz und hilft vor Karies zu schützen. Ist zu wenig Speichel im Mund, können die Bakterien auf Zahnfleisch und Zähne stärker einwirken und zu einer Parodontitis führen.

Schlechte Mundhygiene

Eine schlechte Mundhygiene fördert die Bildung von Plaqueansammlungen an den Zähnen und das Bakterienwachstum.

Rauchen

Durch Rauchen wird der Speichelfluss reduziert, wodurch sich schneller Zahnfleischentzündungen entwickeln können. Aber nicht nur das. Viele Raucher entwickeln deutlich schneller Zahnstein und haben ein schwächeres Immunsystem.

Diabetes

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel bei Diabetikern bietet den Bakterien des Zahnfleisches eine wunderbare Nahrungsstätte. Zucker fördert das Wachstum von Bakterien.

Medikamente

Einige Medikamente vermindern den Speichelfluss und begünstigen dadurch die Entstehung von Zahnfleischerkrankungen. Nasentropfen, Diuretika und andere Blutdruckmedikamente, Antidepressiva, Antihistaminika, Muskelrelaxantien und Medikamente gegen Harninkontinenz sind einige der Speichel reduzierenden Medikamente.

Ernährung

Eine Ernährung, die reich an Zucker, Softdrinks, Süßigkeiten und Kohlhydratreichen Speisen (wie Teig- und Backwaren) ist, dient den Bakterien als wunderbare Nährstoffquelle. Zucker ist der Treibstoff der Bakterien und sorgt dafür, dass sich diese in einem rasanten Tempo ausbreiten.

Parodontitis und das Immunsystem

Es gibt zwar verschiedenste Auslöser einer Parodontitis, doch verbindet sie alle eine Komponente: Das Immunsystem. Ist das körpereigene Immunsystem geschwächt, kann es erst zu einer vermehrten Ansammlung von gefährlichen Bakterien im Mund kommen.

Sowohl im Mund als auch im Darm leben Hunderte Milliarden kleinster Mikroorganismen. Diese schützen uns vor Eindringlingen und machen einen Teil des körpereigenen Immunsystems aus. Kleinste Veränderungen unseres Immunsystems nehmen wir bewusst gar nicht wahr. Wird das Immunsystem jedoch überstrapaziert, kommt es zu einem Ungleichgewicht der schlechten und guten Mikroorganismen und es entstehen Erkältungen, Zahnfleischentzündungen und eine Parodontitis.

Da sich unser Immunsystem zum größten Teil in unserem Verdauungstrakt befindet, beeinflusst alles was wir essen, trinken und über den Mund aufnehmen unsere Immunsituation. Einige Medikamente, Nikotin, Zucker, Alkohol, Süßigkeiten, Teig- und Backwaren wirken sich negativ auf unsere Mikroorganismen aus und schwächen dadurch das Immunsystem.

Erst durch ein schwaches Immunsystem können die schädlichen Bakterien im Mund überhandnehmen und die Zähne zerstören.

Parodontitis Folgen

Einmal besiedelt – für immer geblieben. Fast so lautet die Devise, wenn man nichts oder zu spät etwas gegen eine Parodontitis unternimmt. Die häufigste Komplikation einer Parodontitis ist der Verlust der Zähne. Doch damit ist lange nicht genug. Die Bakterien einer Parodontitis dringen schnell in den Blutkreislauf ein und sorgen für entzündliche Reaktionen an unterschiedlichsten Körperteilen und Organen.

Die Bakterienüberflutung fordert das Immunsystem dazu auf, Tag und Nacht zu arbeiten. Durch den ständigen Kampf gegen die Bakterien kommt es zu entzündlichen Reaktionen im gesamten Körper. Egal ob Entzündungen an den Blutgefäßen, die zu Gefäßablagerungen führen, Gelenkentzündungen oder entzündliche Atemwegserkrankungen. Bei einigen Parodontitis-Betroffenen kann es außerdem zu einer Verschlimmerung oder Entwicklung von Diabetes kommen und bei schwangeren Frauen eine Parodontitis sogar zu einer Fehlgeburt führen.

Wer also bereits erste Anzeichen einer Parodontitis entdeckt, sollte schnell reagieren und erste Maßnahmen ergreifen.

Parodontitis behandeln

Eine Parodontitis ist also nicht nur ein Problem der Zähne. Parodontitis ist ein ernsthaftes Zeichen, dass etwas mit dem Immunsystem nicht passt, es überreagiert und zu schwerwiegenden Schäden von Zahn und Zahnfleisch führt.

Um eine Parodontitis nun zu beseitigen, wird vielen wahrscheinlich klar, dass eine alleinige Beseitigung der schädlichen Bakterien nicht ausreicht. Das körpereigene Immunsystem muss wieder auf Vordermann gebracht werden und die Mikroorganismen des Darms und im Mund wieder ein Gleichgewicht finden. Für diesen Schritt ist eine Darmreinigung in Kombination mit einer gesunden Ernährung ratsam. Gleichzeitig sollte man dem Körper helfen, die Überflutung der schlechten Bakterien zu bremsen und dadurch schwere Folgeschäden zu verhindern. Parodontitis natürlich behandeln

Schritt 1: Gehe zum Arzt

Um wirklich festzustellen, ob du an einer Parodontitis leidest, gehe zum Zahnarzt und lass deinen Mund untersuchen. Er kann dir sagen, wie weit sie bereits fortgeschritten ist und ob man bereits chirurgische Maßnahmen ergreifen muss.

Schritt 2: Beseitige die Schaden verursachenden Bakterien

Salz Salz besitzt antiseptische und antibakterielle Eigenschaften und kann die Parodontitis auslösenden Bakterien erledigen. Gleichzeitig hilft Salz, Entzündungen und Schmerzen zu reduzieren.

Vermische 2 Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser. Nimm ein Schluck dieser Lösung in den Mund und spüle damit 1 Minute deinen Mund. Dann spucke alles aus und wiederhole das Ganze 2 bis 3 Mal pro Tag. Führe diese Prozedur täglich durch, bis die Symptome abklingen.

Ölziehen

Mit Hilfe des Ölziehens können eine Menge schädlicher Bakterien aus dem Mund beseitigt werden. Gleichzeitig schützt es vor Plaque-Bildungen und einer Parodontitis.

Nehme einen Esslöffel nicht raffiniertes Kokosöl (oder Sesamöl) in den Mund und spüle damit 20 Minuten deinen Mund. Spuck das Öl anschließend aus und spüle deinen Mund mit warmem Wasser. Führe diese Prozedur jeden Morgen für 3 Wochen durch.

Hinweis: Das Öl sollte NICHT geschluckt oder gegurgelt werden.

Schritt 3: Optimiere deine Ernährung

Folgende Lebensmittel begünstigen Zahnfleischerkrankungen und dadurch eine Parodontitis:

  • Zucker – Zucker dient als Nahrung für Bakterien und fördert deren Wachstum. Vermeide also Zucker, um Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen.
  • Fruchtsaft – Fruchtsaft kann die Zähne ummanteln und mit dem enthaltenen Zucker die Bakterien speisen.
  • Verarbeitete Lebensmittel – Verarbeitete Lebensmittel enthalten oft viele Zusatzstoffe und Zucker.
  • Hydrierte Öle – Können zu Entzündungen des Zahnfleisches und des Körpers führen. Dazu gehören zum Beispiel Rapsöl, Maiskeimöl und Sojaöl.

Folgende Lebensmittel und Nährstoffe helfen gegen Zahnfleischerkrankungen:

  • Omega-3-Fettsäuren – Leinsamen, Chia Samen und wild gefangener Fisch (wie Lachs, Makrele und Sardinen) enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, die helfen, Entzündungen im Körper zu verringern.
  • Xylitol – Xylitol verhindert die Bildung von Bakterien im Mund.
  • Rohes Gemüse und Äpfel – Helfen die Zähne natürlich zu reinigen.
  • Knoblauch – wirkt als natürliches Antibiotikum und hilft die schädlichen Bakterien auf natürliche Weise zu entfernen.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel

Schritt 4: Stärke dein Immunsystem

Da sich dein Immunsystem zu 80% in deinem Darm befindet, solltest du dein Darminnenleben wieder in ein Gleichgewicht bringen, um dein Immunsystem zu stärken. Mit Hilfe einer Darmreinigung kannst du dem Körper helfen, belastende Giftstoffe und Schadstoffe zu beseitigen und stattdessen viele gute Mikroorganismen wieder aufzubauen.

Ein paar Tipps für einen guten Start:

  • Iss probiotische Lebensmittel – Probiotika regen das Wachstum der guten Bakterien im Darm an und helfen das Immunsystem zu stärken. Probiotische Wirkungen haben zum Beispiel Flohsamenschalen und fermentiertes Gemüse.
  • Vermeide Zucker, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel
  • Trinke täglich mindestens 8 Gläser reines Wasser

Schritt 5: Achte auf deine Mundhygiene

  • Putz dir mindestens 2 Mal täglich deine Zähne und nutze Zahnseide, um deine Zahnzwischenräume zu säubern. Achte beim Zähneputzen und beim Verwenden der Zahnseide darauf, dass du dein Zahnfleisch nicht zu stark reizt.
  • Nutze einen Zungenschaber. Ein Großteil der Fäulnisbakterien sammelt sich an deiner Zunge an.
  • Hör auf zu rauchen. Rauchen ist schrecklich für Zähne und Zahnfleisch. Es sorgt für eine hohe Konzentration an freien Radikalen und Kohlenstoff im Mund, die chemische Reaktionen verursachen. Dadurch werden die Zellen beschädigt und viele Mineralien und Vitamine bereits im Mund aufgebraucht.

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