Schlaganfall

Schlaganfall – Sprechstörungen, ein lahmer Arm und ein Bein, das nicht mehr möchte. Ein Schlaganfall kann das Leben komplett verändern. Wenn das Gehirn nicht mehr seine volle Leistung bringt, den Alltag einschränkt und man ständig auf Hilfe angewiesen ist, schätzt jeder Betroffene die Gesundheit.

Das Gehirn

Unser Gehirn – das komplizierteste Gebilde, das die Menschheit kennt. Mit einem Neuronennetz über 100 Milliarden Neuronen bildet es Verbindungen, die es uns ermöglichen zu sprechen, zu laufen und zu denken. Jeder Bereich übernimmt spezielle Aufgaben und je öfter wir einen Bereich nutzen, desto einfacher werden Bewegungen und Handlungen. Führen wir eine Bewegung 10.000 Mal aus, schaffen wir es diese sogar zu automatisieren und unbewusst abzurufen. Allein wenn wir nur daran denken, wie es ist, wenn wir anfangen zu gehen. Wir müssen nicht jedes Mal nachdenken, welchen Fuß wir zuerst aufsetzen oder dass wir zuerst mit der Hacke auftreten…

Anders ist es jedoch nach einem Schlaganfall. Sämtliche Bewegungsabläufe sind stark vermindert bis komplett erloschen. Bewegungen, die man jahrelang genutzt hat und als selbstverständliche schienen, müssen wieder bewusst gesteuert werden.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall entsteht durch eine Minderversorgung bestimmter Gehirnbereiche. Wenn die Strömung von sauerstoffreichem Blut zu einem Teil des Gehirns blockiert ist, kommt es zum Untergang von Gehirnzellen. Ohne Sauerstoff werden die Gehirnzellen beschädigt und beginnen innerhalb weniger Minuten abzusterben. Je nach Dauer und Stärke der gestörten Durchblutung können die betroffenen Hirnareale ihre Funktionen entweder nur vorübergehend verlieren oder bleibende Schäden zurückbleiben.

Werden die Gehirnzellen beschädigt oder sterben durch den Schlaganfall sogar ganz ab, treten Symptome in den Teilen des Körpers auf, die diese Gehirnzellen steuern. Typische Folgen nach einem Schlaganfall sind ein hängender Mundwinkel, Lähmungen der Arme und Beine und Schwierigkeiten zu sprechen oder Gesprochenes zu verstehen. Je schneller man also reagiert, desto mehr Hirngewebe kann man retten. Und nicht nur das…Wer einen Schlaganfall erkennt, kann sogar Leben retten. Schlaganfälle gehören zu einer der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Akute Schlaganfall Symptome

Je nachdem welches Hirnareal betroffen und wie stark dieses verletzt ist, können ganz unterschiedliche Symptome entstehen. Bei dem einen kann der Schlaganfall mit einem hängenden Mundwinkel beginnen, während ein anderer plötzlich nichts mehr sehen oder seine Arme und Beine nicht mehr bewegen kann. Typisch für einen Schlaganfall ist jedoch, dass meist nur eine Körperhälfte betroffen ist, Taubheit und Lähmungen entstehen und der Betroffene mit einem Mal Schwierigkeiten beim Gehen hat.

Egal welche Art von Schlaganfall-Symptomen entstehen, jeder Schlaganfall ist ein dringender Notfall und sollte umgehend behandelt werden. Deshalb: Wer einen Schlaganfall erkennt, sollte schnell den Notarzt rufen.

Schlaganfall Formen

Es gibt zwei hauptsächliche Ursachen einer Durchblutungsstörung vom Gehirn. Eine Ursache ist die starke Verengung der Blutgefäße, die etwa 80% der Schlaganfälle ausmacht. Diese Art des Schlaganfalls wird als ischämischer Schlaganfall bezeichnet und tritt auf, wenn eine Arterie, die sauerstoffreiches Blut liefert, blockiert wird. Die Arterie kann entweder durch ein Blutgerinnsel oder einer Verkalkung der Gefäßwände (Arteriosklerose) verengt werden.

Eine andere Ursache ist eine Blutung im Gehirn, welche zum sogenannten hämorrhagischen Schlaganfall führt. Dieser entsteht, wenn eine Arterie im Gehirn leckt oder reißt. Der Druck von austretendem Blut verursacht Schäden an den Gehirnzellen und führt zu verschiedenen Schlaganfall-Symptomen. Häufige Ursache dieser Risse sind hoher Blutdruck und Aneurysmen (Aneurysmen sind ballonartigen Ausbuchtungen in einer Arterie, die sich dehnen und platzen können).

Verschwinden die Symptome des Schlaganfalls sehr schnell und sind innerhalb von 24 Stunden komplett aufgelöst, spricht man von einem “Mini-Schlaganfall”. Diese Art des Schlaganfalls ist einer transitorische ischämische Attacke (oder auch als TIA bekannt) geschuldet. Sie tritt auf, wenn der Blutstrom zu einem Teil des Gehirns nur für eine kurze Zeit unterbrochen wurde und die Beschädigung der Gehirnzellen nicht dauerhaft bleibt. Bei Menschen mit einer TIA wird das Risiko für einen Schlaganfall deutlich erhöht.

Schlaganfall Folgen

Das Gehirn ist ein sehr komplexes Organ, das verschiedene Körperfunktionen steuert. Entsteht nun ein Schlaganfall, wird der Blutfluss zu einigen Gehirnregionen nicht erreicht, sodass bestimmte Körperfunktionen nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten.

Entsteht der Schlaganfall zum Beispiel an der Rückseite des Gehirns, ist es wahrscheinlich, dass irgendeine Behinderung mit der Sicht einhergeht. Die Folgen eines Schlaganfalls hängen von mehreren Faktoren ab, einschließlich dem Ort des Verschlusses und wie viel Hirngewebe betroffen ist. Da eine Seite des Gehirns die gegenüberliegende Seite des Körpers steuert, treten die neurologischen Komplikationen fast immer auf der gegenüberliegenden Seite der Schädigung auf. Das heißt, wenn sich der Schlaganfall auf der rechten Seite des Gehirns entwickelt hat, wird die linke Seite des Körpers (und die linke Seite des Gesichts) betroffen sein und zu einigen oder allen der folgenden Komplikationen führen:

Schlaganfall auf der rechten Gehirnhälfte

  • Lähmung auf der linken Seite des Körpers
  • Sehstörungen
  • aufgeweckter und neugieriger Verhaltensstil
  • Gedächtnisverlust

Schlaganfall auf der linken Gehirnhälfte

  • Lähmung auf der rechten Seite des Körpers
  • Sprech- und Sprachprobleme
  • Langsamer und vorsichtiger Verhaltensstil
  • Gedächtnisverlust

Schlaganfall im Hirnstamm

Beim Schlaganfall im Hirnstamm hängt es von der Schwere der Verletzung ab. Hierbei können beide Seiten des Körpers beeinflusst werden und in einigen Fällen auch ein Locked-in-Syndrom entstehen. Dies ist ein Zustand, bei dem der Betroffene meist nicht mehr in der Lage ist, zu sprechen oder irgendeine Bewegung ab abwärts des Halses auszuführen.

Schlaganfall vorbeugen

Was dem Herz hilft, hilft auch dem Gehirn. Wer einen Schlaganfall vorbeugen möchte, sollte sich in erster Linie um sein Herz kümmern. Denn ist das Herz gesund, kann auch das Risiko eines Schlaganfalls deutlich reduziert werden. Aber nicht nur das…Mit einer “Herzgesunden-Lebensweise” kann die geistige Leistungsfähigkeit im Alter verbessert und zusätzlich vor Krankheiten wie Demenz, Alzheimer, Gedächtnisverlust und kognitive Dysfunktionen vorgebeugt werden.

Was ist der Grund dafür? Warum hat das Herz einen so großen Einfluss auf das Gehirn? Eine ungesunde Lebensweise – wie ein Mangel an Bewegung, häufiger Stress und eine ungesunde Ernährung können zu Ablagerungen an den Gefäßwänden führen und dadurch die Blutgefäße verengen. Der Blutfluss zum Gehirn wird verringert und die Arterien des Herzens und des Gehirns verhärtet.

Wenn das Gehirn nun nicht mehr das Blut bekommt, was es benötigt, können Fehlfunktionen entstehen. Gedächtnisprobleme, Probleme beim Denken, Orientierungsstörungen und eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen sind häufig die Folge. Werden die Arterien sogar so stark verengt, dass kein Blut mehr hindurchfließt, entsteht ein Schlaganfall.

Es ist sogar so, dass die Fortschreitung der Gedächtnisstörungen, durch die Kontrolle der Risikofaktoren von Herzerkrankungen deutlich verlangsamt werden kann.

Das heißt nun: Wer einen Schlaganfall vorbeugen möchte, sollte…

sich in erster Linie um die Gesundheit seines Herzens kümmern. früh genug damit anfangen. Denn wie auch bei den meisten Herzkrankheiten können Jahre unkontrollierter und ungesunder Gewohnheiten ein Chaos im Gehirn anrichten. Es ist wichtig, bereits schon im Kindesalter auf gesunde Gewohnheiten umzusteigen und diese bis ins Erwachsenenalter mitzunehmen. Erste Anzeichen ungesunder Gewohnheiten äußern sich häufig in einem hohen Blutdruck, Diabetes und erhöhten LDL-Cholesterinspiegel im Blut.

Schlaganfall Risikofaktoren

  • Bluthochdruck – Ein zu hoher Blutdruck ist der bedeutendste Risikofaktor für Schlaganfälle. Er begünstigt ebenso die Verstopfung der kleinen Arterien und beeinträchtigt dadurch die Gesundheit des Gehirns.
  • Rauchen von Zigaretten – Das Nikotin und Kohlenmonoxid im Zigarettenrauch schädigen das Herz-Kreislauf-System in vielerlei Hinsicht. Zusätzlich wird das Risiko eines Schlaganfalls um einiges erhöht, wenn zum Zigarettenrauchen zusätzlich oralen Verhütungsmitteln eingenommen werden.
  • Verengung der Carotisarterie – Über diese Halsschlagader wird das Blut an das Gehirn gebracht. Wird die Halsschlagader durch Plaqueablagerungen verengt, können sich schneller Blutgerinnsel festsetzen und die Carotisarterie verstopfen.
  • Vorhofflimmern – Bei diesem Typ von Herzrhythmusstörung zittern die oberen Kammern des Herzens, anstatt effektiv zu schlagen und das Blut aus dem Herzen zu pumpen. Dadurch können sich in dem bleibenden Blut-Pool in der Kammer, kleinste Gerinnsel bilden, die in die Blutbahn gelangen und die Arterie im Gehirn verengen.
  • Bewegungsmangel und Übergewicht – Inaktiv und übergewichtig sein – oder auch beides kann das Risiko vom Bluthochdruck, hohem Cholesterin, Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfällen erhöhen.
  • Schlechte Ernährung – Eine Ernährung, die reich an gesättigten Fettsäuren, Transfette, Zucker und vielen verarbeiteten Lebensmitteln ist, kann den Cholesterinspiegel im Körper erhöhen. Eine Ernährung, die sehr reich an Natrium (Salz) ist, kann zu erhöhtem Blutdruck beitragen.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Diabetes
  • Andere Herzerkrankungen
  • Sichelzellanämie
  • Hoher Cholesterinspiegel (vor allem ein Übermaß an LDL-Cholesterin und zu wenig HDL-Cholesterin)

Schlaganfall natürlich vorbeugen und behandeln

Mit gesunden Ernährungsgewohnheiten können fast alle Risikofaktoren eines Schlaganfalls reduziert werden. Aber nicht nur das. Mit einer gesunden Ernährungsweise kann auch einem Schlaganfall-Betroffenen geholfen werden. Frische und natürliche Lebensmittel liefern mehr Energie, leistungssteigernde Nährstoffe und helfen das Wohlbefinden insgesamt zu verbessern.

Schlaganfall Ernährung

  • Iss pro Tag mindestens 5 Mal frisches Obst und Gemüse
  • Trinke täglich mindestens 8-10 Gläser Wasser
  • Integriere Ballaststoffe in deine Ernährung (sie helfen den Cholesterinspiegel zu senken) Ballaststoffe sind zum Beispiel in Leinsamen, Chia Samen und Obst enthalten
  • Integriere Omega-3-Fette in die Ernährung (Omega-3-Fette sind zum Beispiel in Lachs, Leinsamen und Walnüssen enthalten)
  • Vermeide Transfettsäuren (diese sind häufig in Fertigprodukten enthalten)
  • Vermeide Zucker und zuckerhaltige Spiesen
  • Reduziere dein Salzkonsum (Salz (Natrium) fördert Bluthochdruck)
  • Reduziere oder vermeide ganz Alkohol

Ernährungtipps bei Schlaganfall-Betroffenen

Viele Schlaganfall-Betroffene leiden nach dem Schlaganfall häufig an Appetitlosigkeit, Schluckstörungen oder eingeschränkter Hand oder Armbewegung. Beim Essen sind sie deshalb häufig auf Hilfe angewiesen und brauchen für einen besseren Geschmack oft eine Prise mehr Salz. Jedoch ist Salz oder künstliche Geschmacksverstärker bei einem Schlaganfall alles andere als förderlich. Hier ein paar Tipps, um das Essen bei einem Schlaganfall-Betroffenen gesünder und leckerer zu gestalten:

  • Integriere gesunde Lebensmittel mit starken Aromen in die Ernährung (wie zum Beispiel Fisch oder Zitrusfrüchte)
  • Nutze anstatt Salz Gewürze
  • Überprüfe beim Einkaufen die Etikette der Lebensmittel. Viele Lebensmittel enthalten “versteckte Salze”.
  • Integriere bunte und optisch ansprechende Lebensmittel wie Lachs, Karotten und dunkelgrünes Gemüse in die Ernährung
  • Schneide die Nahrungsmittel in kleine Stücke, um diese leichter zu kauen
  • Wähle weiche, leicht-zu-kauende Lebensmittel, wie Smoothies, Bananen und natriumarme Suppen.
  • Bei Hand- und Armproblemen können Besteckarten mit dickeren Griffen sehr hilfreich sein.
  • Bei Schluck- und Sprechproblemen kann ein Logopäde weiterhelfen.

Alltagstipps bei Schlaganfall-Betroffenen

  • Automatisiere Bewegungen und führe eine Bewegung 10.000 Mal aus, damit diese wieder leichter zu handeln wird.
  • Trainiere täglich die Bewegung, die du wieder erlernen möchtest.
  • Wenn du wieder gehen lernen möchtest, lerne es erst, ohne festzuhalten, vom Stuhl aufzustehen. Bei diesem Bewegungsablauf benutzt du einige Muskeln, die auch beim Gehen aktiviert werden.
  • Gehe schneller. Langsames Gehen (wie Schlendern), ist anstrengender und benötigt mehr Muskelkraft.
  • Wenn du Gleichgewichtsstörungen hast, fange klein an. Versuch erst im Sitzen deine Balance zu halten, dann steigere dich, indem du dich hinstellst. Halte dich nur fest, wenn es wirklich notwendig ist.

Gesundheit ist lecker

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