Verstopfung

Verstopfung – ein trockener und harter Stuhl, der nur mit Mühe herauskommt. Der Stuhl saugt sich voll mit Wasser und klebt regelrecht an den Darmwänden. Drücken und Pressen machen es meist nur noch schlimmer. Verstopfungen führen häufig zu Schmerzen, einem aufgeblähten Bauch und sind in der Regel Folge von schlechten Ernährungsgewohnheiten.

Wie oft sollte man sein Geschäft erledigen?

Ein Stuhlgang pro Tag ist in Ordnung. 2 bis 3 sind jedoch deutlich besser. Für den einen oder andern mag das jetzt vielleicht erschreckend sein. So oft?! Ja genau. Denn was passiert, wenn der Kot längere Tage im Körper bleibt?

Bevor wir zum Darm übergehen, stellen wir uns erst einmal einen Kartoffelsalat (mit Mayo und Eier) vor, der an einem warmen Sommertag auf dem Küchentisch steht. In den ersten 30 Minuten beginnen bereits, einige frische Zutaten zu oxidieren. Nach einigen wenigen Stunden setzen erste Verwelkungsprozesse ein und nach einem Tag ist der Kartoffelsalat meist sauer und nicht mehr essbar.

Ähnlich ist es im Körper. Im Körper herrscht eine Temperatur von circa 37°C. Essen wir nun große Mengen an gekochten und verarbeiteten Lebensmitteln (wie einen Kartoffelsalat) wird der Darm nicht nur sehr träge, sondern das Gegessene beginnt zu gären. Mit der Zeit legen sich riesige Schichten giftiger Abfallprodukte auf die Schleimhäute des Darms, sorgen für Entzündungen und verursachen Giftstoffe, die über die Pfortader (einem Verbindungssystem zwischen Leber und Darm) in die Leber geschleust werden. Die Leber muss nun viel stärker arbeiten, um die intern gebildeten Giftstoffe zu spalten. Die Folge: Symptome einer Leberfunktionsstörung, wie Müdigkeit, Blähungen, Kopfschmerzen und Hautprobleme.

Das bedeutet also, je länger die Nahrung im Körper bleibt, desto länger muss unser Körper gegen die gebildeten Giftstoffe kämpfen. Und wiederum, je schneller die Giftstoffe aus unserem Körper gelangen, desto weniger Zeit haben sie, um entweder zu gären oder andere Störungen zu verursachen. Wenn man also täglich 2 bis 3 Mal (so oft wie man auch isst) sein Geschäft erledigt, kann man das Risiko einer Ansammlung von toxischen Abfallprodukten im Darm verringern.

Wie entstehen Verstopfungen?

Über Verstopfung redet man nicht so gerne. Doch hat sie fast jeder. Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet an diesem Symptom. Bei einer Verstopfung wird dem Stuhl zu viel Wasser entzogen und dieser nur langsam durch den Darm geschleust. Der Stuhl wird daraufhin sehr trocken, hart und kommt nur sehr schwer raus. Bei einer Verstopfung erfolgt die Stuhlentleerung mühsam und nur 2 bis 3 Mal pro Woche oder täglich in Form von kleinen Stuhlmengen.

Verstopfung Ursachen

Eine Verstopfung kann viele Ursachen haben. Zu dem häufigsten Grund gehören jedoch schlechte Ernährungsgewohnheiten. Eine Ernährung, die aus vielen verarbeiteten Lebensmitteln besteht, wenig Ballaststoffe enthält, sehr sparsam mit Gemüse und Obst umgeht und nur wenig Flüssigkeit aufnimmt, ist typisch für unangenehme Verstopfungen.

Aber auch Lebensmittelunverträglichkeiten (am häufigsten auf Gluten und / oder Milchprodukten), Bewegungsmangel oder psychische Belastungen können eine Verstopfung provozieren.

Andere häufige Ursachen für Verstopfung sind:

  • Missbrauch von Abführmitteln: Wer Abführmittel über einen langen Zeitraum in Anspruch nimmt, kann davon abhängig werden. Zuerst kann man meinen, höhere Dosierungen zu benötigen, um sein Geschäft erledigen zu können. Doch mit der Zeit wird immer mehr die eigene Darmfunktion genommen, bis der Darm nicht mehr richtig funktioniert.
  • Hypothyreose: Eine Unterfunktion der Schilddrüse ist eine häufige Ursache von Verstopfung.
  • Reizdarmsyndrom (IBS): Eine IBS kann Krämpfe im Darm verursachen, die mit der Zeit die Geschwindigkeit verlangsamen, mit der die Darminhalte sich durch den Verdauungstrakt bewegen.
  • Stuhlgang ignorieren: Bei Menschen, die ständig ihren Stuhlgang ignorieren, (weil sie zum Beispiel nicht auf einer öffentlichen Toilette ihr Geschäft erledigen möchten) kann der Drang aufs Klo zu müssen aufhören, und eine Verstopfung entstehen.
  • Abnormalitäten des Darms: Zum Beispiel durch Verengungen aufgrund von Narben, Ausstülpungen im Darm (sogenannte Divertikel) und Tumore.

Folgen einer Verstopfung

Wenn der Kot mehrere Tage im Darm bleibt, fängt dieser nicht nur an zu gären und Giftstoffe zu bilden. Es wird immer schwieriger ihn hinauszubekommen. In der Schleimhaut vom Enddarm wird der Kot in sogenannte Ausstülpungen gelegt (Divertikel), die zu Entzündungen und einer Vermehrung der Giftstoffe führen. Sie können den Schließmuskel überdehnen und zu Blut im Stuhl führen.

Um den eingeschlossenen Stuhl nun hinauszubekommen, fangen viele Menschen beim Stuhlgang stark an zu pressen. Häufig entstehen daraufhin Hämorrhoiden. Und in einigen Fällen kommt durch das starke Pressen nicht nur ein harter Stuhl heraus, sondern auch ein Teil des Mastdarms (ein Endstück vom Darm). Dieser zieht sich meistens von selbst wieder in den Darm zurück oder wird mit Hilfe des Fingers hineingedrückt. Aber in einigen Fällen schafft er das nicht mehr und muss operativ befestigt werden.

Verstopfung und Abführmittel

Viele Abführmittel haben eine stimulierende Wirkung, die den Darm anregt und dessen normale Funktion übernimmt. Werden Abführmittel über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten verwendet, kann nicht nur die natürliche Fähigkeit des Dickdarms sich zusammenzuziehen verringern, sondern der Darm nach diesen Medikamenten immer abhängiger werden. Setzt man nun das Medikament ab, wird die Verstopfung sogar verschlimmert. Es kann nun eine lange Zeit dauern, bis die normale Darmfunktion wieder hergestellt ist.

Abführmittel können eine Verstopfung also verschlimmern und sollten in der Therapie die letzte Wahl sein. Stattdessen sollte man auf die eigentliche Ursache schauen und diese zielgerichtet behandeln.

Natürlich gegen Verstopfung

Eine Verstopfung kann in der Regel durch ein paar Änderungen der Lebensgewohnheiten behoben werden.

1.Schritt: Achte auf deine Ernährung

Meide Zucker und verarbeitete Lebensmittel. Sie sind einer der häufigsten Gründe einer Verstopfung. Iss stattdessen viel Obst und Gemüse, ballaststoffreiche Lebensmittel und trinke täglich mindestens 2,5 Liter reines Wasser (ohne Kohlensäure).

Lebensmittel gegen Verstopfung

Zitrone

Eine frisch gepresste Zitrone mit einem Glas warmes Wasser vermischen und trinken. Die Zitrone stimuliert das Verdauungssystem und regt die Fortbewegung des Stuhls an. AM besten trinkt man das Zitronenwasser morgens auf leerem Magen und am Abend.

Fenchelsamen

Fenchelsamen regen die glatte Muskulatur im Verdauungstrakt an. Einfach ½ -1 Teelöffel Fenchelsamen nach einer Mahlzeit gründlich kauen.

Feigen

Feigen sind sehr ballaststoffreich und wirken als natürliches Abführmittel. Es eignen sich sowohl frische als auch getrocknete Feigen.

Leinsamen

Leinsamen liefern wertvolle Ballaststoffe und helfen bei leichten und sehr schweren Verstopfungen. Einfach ein Esslöffel in einer Kaffeemühle zerkleinern und auf das Essen streuen.

Weitere ballaststoffreiche Lebensmittel

Bohnen, Flohsamenschalen, Karotten, brauner Reis, frisches Obst, grünes Blattgemüse, alle Arten von Nüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Brokkoli, Erbsen.

Lebensmittel, die vermieden werden sollten:

  • Alkohol
  • Koffein
  • frittierte Lebensmittel
  • zuckerhaltige verarbeitete Lebensmittel und Getränke
  • künstliche Süßstoffe

2.Schritt: Bewege dich

Spaziergänge und regelmäßige Übungen regen die Durchblutung des Darms an und unterstützen damit die Darmfunktion.

3.Schritt: Darmreinigung

Eine akute Verstopfung lässt sich mittels Darm-Einlauf schnell beseitigen. Ein Darm-Einlauf hilft den Stuhl besser abzuführen, reinigt die Darmwände und hilft sogar schädliche Bakterien auszuscheiden. Bei Darm-Einläufen ist es sehr wichtig, zusätzlich probiotische Lebensmittel zu verzehren. Sie regen das Wachstum der guten Bakterien im Darm an und helfen die Darmflora wieder aufzubauen.

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