Der Unterschied zwischen Hunger und Heißhunger

Es klingt so einfach: “Iss nur, wenn du hungrig bist, und höre auf zu essen, wenn du satt bist.” Oft ist dies leichter gesagt als getan. Wenn unser Körper an schlechten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten gewöhnt ist, wird es schwieriger, die eigenen Signale korrekt wahrzunehmen und zu lesen.

In der Wildnis kann ein Hirsch in aller Ruhe vor einem Rudel Löwen hergehen, welche gerade einen Fang gemacht haben und diesen verspeisen. Der Hirsch weiß instinktiv, dass ein Löwe nicht mehr isst, als er benötigt.

Anders ist es bei uns Menschen. Wenn ein Stück Schokolade gehen könnte, wäre es bei einem Großteil der Menschen nicht sicher, auch wenn zuvor ein Fünf-Gänge-Menü verschlungen wurde.

Warum ist das so? Warum essen wir weiter, obwohl er eigentlich satt ist?

Das erlernte Verhalten ereilt den inneren Instinkt. Während die meisten Dreijährigen instinktiv aufhören zu essen, wenn sie bereits satt sind, essen viele Fünfjährige noch weiter, obwohl sie voll sind. Viele Fünfjährige haben es bereits gelernt, ihren Teller leer zu essen oder das größte Stück Torte auszuwählen.

Da unser Körper bereits so programmiert ist, dass wir eigene Signale ignorieren, kann der Unterschied zwischen Heißhunger und Hunger oft nicht richtig unterschieden werden.

Bei echtem Hunger verlangt der Körper nach irgendeiner Art von Lebensmittel. Bei Heißhunger möchte der Körper dagegen eine spezielle Art von Lebensmittel, um den Hunger zu stillen. Warum?

Bei echtem Hunger benötigt der Körper Lebensmittel, um den Hunger zu stillen. Es ist ein natürlicher Hilfeschrei und jede Art von Lebensmittel würde die physiologische Anforderung erfüllen. Wenn das Bedürfnis des Körpers gestillt ist, ist das Ziel erreicht und es wird nicht weiter gegessen.

Anders ist es bei Heißhunger und übermäßigem Essen. Beide sind nicht instinktiv. Unser Körper benötigt nicht bestimmte Lebensmittel, um satt zu werden. Heißhunger und übermäßiges Essen sind Verhaltensweisen, die im Laufe der Zeit erlernt und durch komplizierte Mechanismen der Gewohnheitsbildung geprägt wurden.

Es gibt einige einfache Tipps, um Essen neu zu erlernen und ungewollten Heißhunger abzutrainieren.

Trinke etwas

Im Gehirn werden die Signale für Hunger und Durst vom gleichen Bereich gesteuert. Dadurch kann es schnell zu einer Verwechslung zwischen eigentlichem Durst und Hunger kommen.

Oft entwickelt sich zwischen den Mahlzeiten ein starker Heißhunger, welcher häufig fehlinterpretiert wird. Anstatt zu trinken, wird oft nach etwas Süßem gegriffen.

Beim nächsten Hungergefühl einfach erst 1-2 Gläser Wasser trinken. Ist der Hunger nach 20 Minuten vergessen, war es lediglich ein Durstgefühl.

Gesunde Zwischenmahlzeit

Bleibt der Hunger auch nach 20 Minuten immer noch bestehen, eignen sich nährstoffreiche Snacks, wie frisches Obst und Gemüse. Ihr hoher Nährstoffgehalt füllt die Energiespeicher des Körpers und sorgt für ein längeres Sättigungsgefühl.

Nährstoffreiche Lebensmittel gegen Heißhunger: 1 Teelöffel rohe Kakaonibs (wirken gleichzeitig als Energiebooster), 1 Esslöffel Chia Samen mit Wasser vermischt, ein paar Beeren oder eine Handvoll Nüsse.

Nährstoffreiche Mahlzeiten

Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index, wie Weißbrot, Pommes, Bananen, Cornflakes, weißer Reis und Gebäckteilchen sorgen zwar für einen kurzen Moment für ein gesättigtes Gefühl. Kurze Zeit später kommt es jedoch wegen der enthaltenden einfachen Kohlenhydrate zu einem Blutzuckerspiegelabfall und starkem Heißhunger auf etwas Süßes.

Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index, vielen Ballaststoffen und Nährstoffen sorgen bereits bei dem Essen für ein schnelleres Sättigungsgefühl und helfen dieses über eine lange Zeit beizubehalten.

Um Heißhungerattacken zu reduzieren, sollte eine Mahlzeit zu einem großen Teil aus Gemüse bestehen. Auch wenn der Appetit überreizt ist, wird es bei solch einer Mahlzeit schwierig sein, zu viel zu essen.

Überlegt einkaufen

Wenn die Quelle der Begierde entfernt wird, ist es weniger wahrscheinlich durch sie beeinflusst zu werden. Dies gilt vor allem für diejenigen, die einen großen Teil des Tages im Haus verbringen. Das, was sich im Küchenschrank befindet, hat einen großen Einfluss auf das eigene Verhalten. Werden solche Lebensmittel eingekauft, auf die eigentlich verzichtet werden soll, wird es dem Körper schwer gemacht, davon loszukommen.

Je weniger Verführungen sich in den Küchenschränken befinden, desto einfacher fällt es dem Körper, zu widerstehen und sich ungesunde Naschereien abzugewöhnen.

Durch diese kleinen Veränderungen können wir unsere Essgewohnheiten besser kontrollieren, mit Heißhungerattacken besser umgehen und uns jeden Tag besser und energievoller fühlen.

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