Natürliche Hausmittel gegen Ischiasschmerzen

Der Nervus ischiadicus, auch bekannt als Ischiasnerv entspringt an der Lendenwirbelsäule und verläuft durch die Mitte der Gesäßbacke bis hin zur Rückseite des Oberschenkels. Oberhalb der Kniekehle teilt sich der Nerv in Unterschenkelnerven auf, die bis zum Fuß ziehen.

Der Ischiasnerv kann auf unterschiedliche Weise gereizt werden. Eine Schädigung an der Wirbelsäule, wie Bandscheibenerkrankungen, Spinalkanalstenose, Rückenmarksverletzungen oder Wirbelgleiten können den Nerven reizen. Aber auch eine Schwangerschaft, das Piriformis-Syndrom oder verspannte Muskeln können zu Ischiasbeschwerden führen.

Die Symptome von Ischiasschmerzen machen sich in der Regel im gesamten Verlauf vom Nerven bemerkbar. Häufig zieht der Schmerz aus dem unteren Rücken bis nach unten durch das Bein. Der Schmerz kann bei bestimmten Bewegungen plötzlich einschießen und ein Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühle und eine Schwäche in den Beinen und Zehen auslösen. Zusätzlich können stechende Schmerzen entstehen, die Schwierigkeiten beim Sitzen oder Stehen verursachen.

Um die Ischiasschmerzen langfristig zu lindern und eine totale Nervenschädigung zu verhindern, sollte die auslösende Ursache gesucht und behandelt werden. In den meisten Fällen helfen, sanfte Dehnübungen, Nervenmobilisationen, Kräftigungsübungen der Bauch- und Rückenmuskulatur, um den Nerv zu mobilisieren und die Reizung zu reduzieren.

Neben diesen Behandlungsmöglichkeiten gibt es natürliche Hausmittel, welche die Behandlung unterstützen und den Schmerz reduzieren. Sie helfen, die Entzündung und den Druck auf den gereizten Ischiasnerv zu verringern.

Kurkuma

Kurkuma besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Kurkuma enthält die Substanz Curcumin, die Schmerzen und Entzündungen vom Nerven reduziert.

Für die Anwendung von Kurkuma: 1 Teelöffel Kurkumapulver mit einer Tasse Mandelmilch in einen kleinen Topf geben und vermischen. Nach Geschmack kann auch eine kleine Zimtstange dazu gegeben werden. Diese Mischung kurz aufkochen und dann nach Geschmack mit etwas Honig süßen und warm trinken. Die Anwendung 1 bis 2 Mal täglich wiederholen, bis die Schmerzen verschwunden sind.

Baldrian

Baldrianwurzel wirkt entspannend und hilft, chronische Nervenschmerzen zu lindern. Sie hilft besonders gut bei Ischiasschmerzen, die durch Muskelkrämpfe oder Krämpfe verursacht werden.

Baldrianwurzel enthält ätherische Öle, welche die Muskeln entspannen, Verspannungen lindern und gegen Schlafstörungen helfen.

Baldrian kann als Tee getrunken werden. Für die Zubereitung von Baldriantee: 1 Teelöffel getrocknete Baldrianwurzel in 1 Tasse mit heißem Wasser geben und den Tee 10 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee kann mehrmals pro Woche getrunken werden.

Weiße Weidenrinde

Weiße Weidenrinde hilft, die Ischiasschmerzen zu lindern. Sie enthält phenolische Glykoside mit Salicin und entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften.

Für die Anwendung von Weidenrinde: 2 Gramm Weidenrinde in 250 ml kaltes Wasser geben und die Mischung dann nach und nach erhitzen, bis der Tee aufkocht. Den Tee dann sofort von der Herdplatte nehmen und für weitere 5 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Weidenrinde absieben und eine Tasse dieses Tees alle acht Stunden trinken.

Warme und kalte Kompressen

Eine Wärmebehandlung entspannt die verspannte Muskulatur, welche den Ischiasnerv komprimiert. Die Kältebehandlung reduziert die Schwellung rund um den Nerv und betäubt den Schmerz.

Je nach auslösender Ursache kann entweder die Wärme- oder Kälteanwendung wirksamer sein. Die Kälte- und Wärmebehandlungen können auch abgewechselt werden. Wenn die Wärmebehandlung durchgeführt wird, dann sollte feuchte Hitze, wie ein warmes nasses Handtuch verwendet werden, da auf diese Weise die feuchte Wärme besser ins Gewebe dringt.

Für die Anwendung: Ein Kühlbeutel oder ein warmes feuchtes Tuch auf den betroffenen Bereich legen und für 15 bis 20 Minuten wirken lassen.

Hinweis: Die Kälteanwendung sollte nicht mehr als 3 Mal täglich angewandt werden, um eine Minderdurchblutung der Sehnen und Bänder zu vermeiden.

Massage

Massagen sind sehr hilfreich bei Ischiasschmerzen, die durch Muskelkrämpfe und verspannte Muskeln verursacht werden. Mit der Massage wird die Durchblutung der Muskulatur angeregt, eine starke Kompression vom Nerv verringert und die Beweglichkeit verbessert. Bei Ischiasschmerzen sind oft die Gesäßmuskeln, wie der Musculus piriformis, Musculus gluteus medius und minimus verspannt. Diese können auch mit einer Triggerpunktmassage therapiert werden.

Für die Massage: Etwas Johanniskrautöl auf den betroffenen Bereich verteilen und die Muskulatur 2 bis 3 Mal täglich massieren. Johanniskrautöl besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und hilft, die Entzündung und den Schmerz vom Ischiasnerv zu reduzieren.

Übungen

Bei akuten Ischiasschmerzen sollte eine weitere Reizung vom Nerv verhindert werden. Bestimmte Bewegungen können den Nerv reizen und die Entzündung verstärken. Leichte Bewegungen sind jedoch erwünscht, um die Durchblutung und Sauerstoffversorgung zum Nerven und der Muskulatur aufrechtzuerhalten.

Nachdem der Schmerz etwas abklingt, ist die Kräftigung von Bauch- und Rückenmuskulatur sehr wichtig. Eine starke Rumpfmuskulatur stützt die Wirbelsäule und senkt die Kompression der Wirbelkörper. Auch leichte Dehnübungen sind sehr sinnvoll, um die Flexibilität im unteren Rücken und im Bein zu steigern.

Übung 1: Knie zur Brust

  1. Auf den Boden auf den Rücken entspannt hinlegen. Die Beine hüftbreit auseinander und locker liegen lassen.
  2. Ein Bein im Knie langsam anbeugen und nach oben Richtung Brust ziehen. Dabei langsam ausatmen.
  3. Das Bein so weit wie möglich mit den Händen an die Brust ziehen und die Stellung 15 Sekunden halten.
  4. Dann das Bein langsam wieder senken und die Übung mit dem anderen Bein wiederholen. Die Übung mit jedem Bein 3 Mal wiederholen.
  5. Während der Übung sollten keine Schmerzen oder Taubheitsgefühle entstehen.

Übung 2: Aufrechtes Sitzen

  1. Auf den Boden aufrecht hinsetzen und die Beine dabei gerade ausstrecken. Die Beine sollten ganz durchgestreckt sein und die Wirbelsäule eine aufrechte Position 2. einnehmen.
  2. Die Arme sind ausgestreckt und stützen sich mit den Handinnenflächen am Boden neben dem Oberkörper ab.
  3. Aus dieser Position tief durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen. Die Stellung für 15 bis 30 Sekunden halten.
  4. Dann eine kurze Pause einlegen und die Übung 5 bis 10 Mal wiederholen.
  5. Hinweis: Beginnt der Ischiasnerv durch das Ausstrecken der Beine zu schmerzen, dann sollten die Beine nur so weit gestreckt werden, dass kein Schmerz ausgelöst wird.
  6. Die Übung kann zusätzlich erschwert werden, wenn die Zehen herangezogen werden.

Übung 3: Dehnung von der Rückseite des Beins: Übung für Fortgeschrittene

  1. Auf den Boden auf den Rücken legen.
  2. Das eine Bein lang auf dem Boden liegen lassen und um die andere Fußsohle ein Seil legen. Mit dem Seil das ausgestreckte Bein langsam zum Körper heranziehen. In dem herangezogenen Bein soll ein leichtes Ziehen zu spüren sein.
  3. Das Bein sollte nur so hoch gezogen werden, dass ein leichtes Ziehen zu spüren ist. Ein einschießender Schmerz und sehr starke Schmerzen können den Nerv reizen und die Beschwerden verstärken.
  4. Die Übung auf jeder Seite 15 bis 30 Sekunden halten und 5 Mal wiederholen.

Weitere Tipps bei Ischiasschmerzen:

  • Plötzliche Bewegungen vermeiden.
  • Die richtige Hebetechnik angewöhnen: Mit geradem Rücken und gebeugten Knien.
  • Auf einer Matratze schlafen, die weder zu hart noch zu weich ist.
  • Regelmäßig trainieren, den Körper aber nicht überlasten.
  • Rauchen vermeiden. Dies fördert die Entstehung von Bandscheibendegenerationen.
  • Entzündungshemmende Lebensmittel in die Ernährung integrieren, wie Gerstengras, Ingwertee, Beeren und Zitronen.
  • Lebensmittel mit viel Magnesium in die Ernährung integrieren. Magnesium ist für die Weiterleitung von Nervensignalen und für die Funktion der Muskulatur sehr wichtig. Es hilft, die Muskulatur zu entspannen und Muskelkrämpfe zu reduzieren. Lebensmittel mit viel Magnesium sind zum Beispiel roher Kakao, Bananen, Mandeln und dunkelgrünes Blattgemüse.

Es gibt verschiedene Lebensmittel und Tipps, die bei Ischiasschmerzen helfen. Neben diesen Tipps ist es außerdem sehr wichtig, starke Ischiasschmerzen vom Arzt kontrollieren zu lassen. Dadurch sollen starke Nervenschäden verhindert werden.

Bei Ischiasschmerzen helfen auch oft, chiropraktische Anwendungen und physiotherapeutische Behandlungen.

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